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Trumps Endspiel: Der Endspurt vor den US-Midterms

Zwei Beiträge rücken Trumps politisches Endspiel in den Mittelpunkt. Die Midterms dienen dabei als zentraler Prüfstein für die letzten Jahre eines Präsidenten im Weißen Haus.

5 Min. Lesezeit
Trumps Endspiel: Der Endspurt vor den US-MidtermsAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Trumps Endspiel: Stehen die Midterms im Zentrum.

Wenige Tage vor den Midtermwahlen am Dienstag sitzt Donald Trump in seinen Hochburgen. Das macht die Zwischenwahlen zum greifbaren nächsten Etappenziel seiner politischen Endphase – und zugleich zur Probe für die zweite Hälfte seiner zweiten Amtszeit.

Die Financial Times formuliert den größeren Rahmen mit einer nüchternen Frage: „What will the US president’s last two years in Washington look like?“ Der Spiegel liefert dazu eine konkretere Antwort. Er zeigt Trump wenige Tage vor dem Wahltermin in genau jenen Bundesstaaten, die er bei der Präsidentschaftswahl 2024 deutlich gewonnen hatte.

What will the US president’s last two years in Washington look like?

Quelle: Financial Times

Am Dienstag geht es um die Kontrolle über 435 Sitze

Das Repräsentantenhaus rückt in den Vordergrund, weil seine 435 Mitglieder über die Gesetzgebung entscheiden. Die Aussichten der Demokraten auf eine Mehrheit sind laut Spiegel günstig. Eine Mehrheit im Senat gilt dagegen als ungefähr deutlich schwieriger zu erreichen.

Die praktische Folge einer Mehrheit im Repräsentantenhaus wäre nicht nur mehr politischer Einfluss auf das Parlament. Die Demokraten könnten künftige Gesetzesvorhaben blockieren und Trumps Regierung mit Untersuchungen und öffentlichen Anhörungen unter Druck setzen. Eine Senatsmehrheit gäbe ihnen zusätzlich die Möglichkeit, Trumps Kandidaten für Richterämter und wichtige Regierungsposten abzulehnen.

Damit lässt sich aus den verfügbaren Auszügen eine klare Rollenverteilung ableiten: Das Repräsentantenhaus ist der unmittelbar greifbare Machtbereich, den die Zwischenwahlen verschieben könnten. Der Senat wäre der größere Hebel, weil er nicht nur Gesetze stoppt, sondern auch die Besetzung wichtiger Ämter verhindern kann. In Trumps zweiter Amtszeit wären beide Konstellationen direkte Einschränkungen seiner Handlungsfreiheit.

Kansas und Iowa zeigen, wie unsicher die Hochburgen geworden sind

Trumps Reiseroute wirkt dabei wie ein politisches Signal. Zunächst hatte er erklärt, er müsse eigentlich gar nicht nach Kansas. Der republikanische Senator Roger Marshall stehe dort sehr gut da. Als ein Reporter ihn fragte, ob Trump das viele Reisen satt habe, beschimpfte Trump den Mann als „sick“, weil er überhaupt nach Reisen fragte, und nannte ihn später „ekelhaft“.

Bis Freitag sah sein Plan wieder anders aus. Nachdem Veranstaltungen in Kansas und Iowa zunächst abgesagt worden waren und eine telefonische Mobilisierung der Anhänger angekündigt war, wollte Trump nun am Sonntag persönlich in beiden Staaten auftreten. Beide hatte er bei der Präsidentschaftswahl 2024 klar gewonnen. Er hatte sie außerdem bereits einmal in diesem Monat besucht.

In Kansas muss Senator Marshall gegen den methodistischen Pfarrer Adam Hamilton antreten. In Iowa kämpft die Republikanerin Ashley Hinson um den Einzug in den Senat. Das Hin und Her von Trump zeigt, wie knapp der Kampf um die republikanische Mehrheit in diesen einstigen Hochburgen inzwischen geworden ist: Er kann seine Kandidaten nicht einfach voraussetzen, sondern muss persönlich mobilisieren.

Texaskampf widerlegt die Vorstellung einer sicheren Republikanerfestung

Besonders auffällig ist die Lage in Texas, wo die Republikaner selbst keine Sicherheit mehr haben. Der Demokrat James Talarico liegt in Umfragedurchschnitten konstant rund zweieinhalb Prozentpunkte vor seinem republikanischen Gegner Ken Paxton. Laut Spiegel kann dieser kleine Abstand schon bei geringen Fehlern in den Umfragen verschwinden.

Das Ergebnis wäre bemerkenswert, weil seit 1988 kein Demokrat mehr eine Senatswahl in Texas gewonnen hat. Als Erklärungen nennt der Spiegel die hohen Lebenshaltungskosten im Land und das weitverbreitete Gefühl, an der Staatsspitze herrsche Korruption. Nur knapp ein Drittel der erwachsenen Amerikaner billigt Trumps Amtsführung.

Damit rücken die Midterms zugleich zu einem Test der Popularität in Texas. Es geht hier nicht nur darum, ob einzelne Senatoren und Abgeordnete ihre Sitze verteidigen. Der Abstand von zweieinhalb Prozentpunkten in einem Bundesstaat zeigt, wie schnell eine zuvor als sicher geltende republikanische Hochburg zu einem offenen Rennen werden kann.

Ein Sieg würde Trumps Nachfolgefrage nicht beantworten

Trumps Reaktion auf eine Niederlage ist laut Spiegel nicht absehbar. Es sei „zu befürchten“, dass er sie nicht akzeptieren würde. Ziemlich sicher sei dagegen, dass er sich mit einer möglichen demokratischen Parlamentsmehrheit erbittert auseinandersetzen müsste.

Selbst wenn die Republikaner besser abschneiden als erwartet, beginnt durch die Wahlen die zweite Hälfte seiner zweiten Amtszeit. Seine Ära könnte damit enden, und die Frage nach seiner Nachfolge würde in allen Parteien lauter. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen dem aktuellen Wahltermin und Trumps gesamter Endphase: Die Midterms können seinen Handlungsspielraum unmittelbar verändern. Sie entscheiden aber nicht, wie sein politisches Ende aussehen wird.

Der US-Präsident befindet sich im Endspurt vor den Midtermwahlen.

Quelle: Spiegel

Die Midterms zeigen Trumps Spielraum, beantworten aber sein Endspiel nicht

Die stärkste belegte Aussage lautet deshalb: Trumps Endspiel wird an den US-Midterms gemessen. In Kansas und Iowa braucht er persönliche Präsenz, in Texas liegt ein Herausforderer 2,5 Prozentpunkte vorn, und eine Mehrheit im Repräsentantenhaus könnte seine立法 Arbeit, Untersuchungen und öffentlichen Anhörungen blockieren.

Offen bleibt, welche politischen Ziele Trump in dieser Phase verfolgt, wie sich die Parteien nach einem möglichen Wechsel verhalten und wann die Nachfolgefrage konkret wird. Der zugängliche Auszug der Financial Times stellt dafür vor allem den Zeitraum der letzten zwei Jahre in Washington in den Mittelpunkt. Er liefert keine Zahlen, Kandidaten oder Prognosen, die über die bereits genannten Fakten hinausgehen.

Für die Einordnung ist das eine brauchbare Trennung: Für den kurzfristigen Wahltermin liefert der Spiegel konkrete Schlüsselstaaten, Kandidaten und politische Folgen. Für die gesamte Endphase bleibt die entscheidende Frage offen. Der Titel der Financial Times – „Donald Trump’s endgame“ – beschreibt genau diese Lücke zwischen einem greifbaren Wahlresultat und dem politischen Ende einer Ära.

Der Nachrichtenüberblick blends weitere Themen ein

Der Spiegel bündelt Trump nicht allein mit den Zwischenwahlen. Im selben Überblick stehen der Aufmarsch junger Menschen in Deutschland an Halloween unter dem Motto „Gen Z regelt“ sowie die örtlich begrenzte Waffenruhe in Oleschky in der Ukraine. Für die Waffenruhe vermittelte Melania Trump; in Oleschky sollten bis zu 750 Menschen die Stadt verlassen können. Diese Themen gehören zum Nachrichtenüberblick, verändern aber den engeren Befund zum Trump-Endspiel: Die Midterms bilden den nächsten konkreten machtpolitischen Einschnitt.

Quellen

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