Microsoft, Alphabet und EZB: DAX vor dem Zinsentscheid
Der DAX dürfte vor der EZB-Zinsentscheidung leicht zulegen. Anleger müssen zugleich die Unternehmenszahlen von Microsoft und Alphabet verarbeiten – sowie einen Überblick über die Marktermite erhalten.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert DAX vor der EZB-Entscheidung: Microsoft und Alphabet im Fokus.
Der DAX startet am Donnerstag mit einer kleinen Vorfreude in den Handel: Der Broker IG Markets taxiert den deutschen Leitindex vor der Eröffnung des Xetra-Handels auf 25.765 Punkte, ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 25.704 Punkten. Am Mittwoch war der DAX noch 0,4 Prozent gefestigt aus dem Handel gegangen. Das ist kein übernatürlicher Auftakt, sondern eine vorsichtige Eröffnung vor einem Tag voller marktbewegender Entscheidungen.
Die Experten der LBBW warnen zugleich, dass viele Anleger vor den richtungsweisenden Unternehmens- und Zentralbankentscheidungen größere Positionen meiden. Genau deshalb ist der Blick auf den Handelstag zweigeteilt: Erst müssen die Zahlen von Microsoft und Alphabet eingeordnet werden, danach folgt am Nachmittag der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank.
Microsoft stark, Alphabet verliert fast 400 Milliarden Dollar Börsenwert
Microsofts Cloud-Sparte treibt den Gewinn
Microsoft hat die Erwartungen an die Bilanz überzeugend erfüllt. Laut dem Marktbericht legte der Umsatz kräftig zu, der Gewinn stieg um rund ein Drittel auf fast 37 Milliarden Dollar. Als Treiber wird ausdrücklich die starke Cloud-Sparte genannt. Damit liefert der Konzern genau die Art von Signal, die Anleger bei einem der größten US-Technologiekonzerne suchen: ein sichtbares Wachstum im Geschäft und einen höheren Gewinn.
Alphabet enttäuscht die Wall Street
Bei der Google-Mutter Alphabet lief es anders. Der Gewinn sank rund ein Viertel auf knapp 26,2 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Erwartungen der Wall Street. Die Anleger machten sich vor allem Sorgen wegen der hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur. Das ist der entscheidende Unterschied zu Microsoft: Bei Microsoft stand die kräftige Cloud-Entwicklung im Mittelpunkt, bei Alphabet wurden die hohen Investitionen für die künstliche Intelligenz zum Belastungsfaktor.
Die direkte Folgen für den Aktienkurs waren deutlich. Im nachbörslichen US-Handel stürzte Alphabet um zehn Prozent ab. Dadurch sank der Börsenwert um fast 400 Milliarden Dollar. Microsoft und Alphabet liefern also nicht nur zwei Zahlenblöcke, sondern zwei gegenläufige Signale für die Stimmung bei großen Technologieaktien.
Die Fed hat geliefert, die EZB steht am Nachmittag an
Der Leitzins bleibt zunächst unverändert
Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Schritt bereits vollzogen. Sie hielt den Leitzins kurz vor den Zwischenwahlen konstant; der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Währungshüter zeigten sich zwar positiver zur US-Konjunktur, stellten aber zugleich fest, dass die Inflation hoch bleiben werde. Eine Zinserhöhung ist damit laut Marktbericht wohl nur vertagt. Die meisten Anleger rechnen nun mit steigenden Leitzinsen im Dezember.
Ökonomen erwarten 2,5 Prozent
Die EZB verkündet ihren Zinsentscheid ebenfalls an diesem Tag. Ökonomen gehen davon aus, dass sie den Leitzins bei 2,5 Prozent belässt. Wegen der hohen Inflation erwarten viele Experten jedoch im Dezember eine Erhöhung – und zwar parallel zu den US-Erwartungen. Damit steht am Nachmittag nicht nur eine Zinszahl im Mittelpunkt. Die Marktfrage lautet, wie die EZB den December-Schritt einordnet.
Die Fed hat diesen geldpolitischen Teil des Handelstags bereits geliefert. Deine Aufmerksamkeit verschiebt sich deshalb von der Vergangenheit zur noch ausstehenden EZB-Entscheidung: Bleibt der Leitzins bei 2,5 Prozent, und welchen December-Pfad signalisiert die EZB gleichzeitig?
Warum der DAX zunächst nur leicht stärker erwartet wird
0,2 Prozent vor Xetra, aber keine feste Kursrichtung
Die erwartete leichte Stärke des DAX passt zum vorsichtigen Ton der LBBW. Die 0,2 Prozent Aufschlag vor Xetra sind eine Momentaufnahme vor der Eröffnung. Der Marktbericht nennt keinen konkreten Zielkurs und keine feste Aufwärtsbewegung für den Handelstag. Die Zahlen der beiden US-Tech-Konzerne und der europäische Zinsentscheid können die Richtung verändern.
Das Timing erklärt die Zurückhaltung. Die Tech-Berichte liefern den ersten Impuls für die Stimmung bei Technologie- und Wachstumswerten. Am Nachmittag kann der EZB-Beschluss die Erwartungen an Finanzmärkten und damit die Kursentwicklung des DAX beeinflussen. Microsoft liefert die stärkere operative Nachricht, Alphabet die deutlich schwächere. Beim DAX müssen beide zusammen mit der europäischen Geldpolitik gelesen werden.
Die globale Tech-Stimmung war dabei ebenfalls gemischt. Samsung Electronics meldete zwar einen Rekordgewinn, der sich im dritten Quartal fast verneunfachte. Die Aktie gab dennoch rund vier Prozent nach, weil der Nettogewinn die Erwartungen der Analysten verfehlte. In Tokio stieg der Nikkei nach einer angehobenen Gewinnprognose von Advantest um rund ein Prozent auf 64.635 Punkte. So reacts: Hohe Gewinne allein genügen nicht, wenn die Erwartungen oder die Sorge um laufende Investitionen den Ausschlag geben.
Der Handelstag in der richtigen Reihenfolge
Erst die Bilanzen, dann der Leitzins
Für den DAX ist die Reihenfolge klar: Erst die Unternehmenszahlen von Microsoft und Alphabet, am Nachmittag der EZB-Zinsentscheid. Davor liegt die Vermutung einer leicht positiven DAX-Eröffnung bei 25.765 Punkten. Danach wird der Markt deutlich nach konkreteren Signalen suchen.
Die stärkste operative Nachricht kommt von Microsoft: fast 37 Milliarden Dollar Gewinn und eine starke Cloud-Sparte. Die deutlichste negative Nachricht kommt von Alphabet: 26,2 Milliarden Dollar Gewinn, rund 10 Prozent Kursverlust nachbörslich und fast 400 Milliarden Dollar weniger Börsenwert. Für den europäischen Handel entscheidet sich anschließend, ob der erwartete EZB-Leitzins von 2,5 Prozent die Zurückhaltung lockert oder ob die Aussichten auf eine Dezember-Erhöhung den DAX belastet.
Passend dazu

Wirtschaft
Microsoft-Aktie im Plus: KI-Boom hebt Gewinne – Alphabet verliert Geld

Wirtschaft
Nasdaq 100 soll mit 1,3 Prozent ins Minus starten: Capex-Sorgen belasten Tech-Aktien

Wirtschaft
BBVA verdient 9,066 Milliarden Euro: Was die Zahlen zeigen

Wirtschaft
VW verliert 5,82 Milliarden Euro: Das dritte Quartal war ein Desaster
Quellen
Was denkst du?
AI-unterstützt · redaktionell betreut
Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.