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Golla im Wechselwirbel: Gislason schimpft trotz Sieg

Die deutschen Handballer starten mit einem Sieg gegen Belgien erfolgreich in die EM-Qualifikation. Während Bundestrainer Alfred Gislason weiterhin schimpft, steht Johannes Golla mitten in einem Wechselwirbel.

4 Min. Lesezeit
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TVS News AI redaktionell betreut präsentiert DHB-EM-Quali: Sieg gegen Belgien, Gislason schimpft trotzdem.

Der deutsche Start in die EM-Qualifikation klingt nach einem klaren Erfolg: 42:32 gegen Belgien, davon 22:18 zur Halbzeit. Doch Gislason erinnert in einer Auszeit lautstark an die schwache Abwehr. „Unser Problem ist die Abwehr. Legt einen Zahn zu. Das ist kein Freundschaftsspiel“, sagt er. Damit war der Auftakt erfolgreich, aber keineswegs rund.

Der 42:32-Sieg zeigt Aufwärtsdrift und Abwehrprobleme

Der schwierige Beginn

Nach rund einem halben Jahr ohne Länderspiel tat sich Deutschland gegen Belgien zunächst schwer. Die Abwehr agierte zu zögerlich, während die Offensive noch unruhig wirkte. Nach 20 Minuten Leading die Mannschaft lediglich 13:10. Dieser Abstand spiegelte die Qualitätsunterschiede kaum wider, obwohl Belgien nicht zur erweiterten europäischen Spitze gehört.

Für eine EM hatte sich Belgien noch nie qualifiziert. Bei einer Weltmeisterschaft war der Gegner einmal dabei. Mit 12.284 Zuschauern war die Partie außerdem gut besucht, nur Stammkeeper Andreas Wolff stand nicht im Spieltagskader. David Späth und Lasse Ludwig bildeten stattdessen das deutsche Torhüter-Gespann.

Der Turnaround

Dennoch drehte Deutschland die Partie. In der 30. Minute erzielte Debütant Niklas Theiß sein erstes Länderspieltor. Zuvor hatte Marko Grgic mit wuchtigen Distanzwürfen Akzente gesetzt und wurde mit sieben Toren zum besten Werfer der Mannschaft. Als Zerbe, Uscins und Knorr weitere Treffer gelangen, zog Deutschland auf 29:23 davon. Die Abwehr stand nun besser, während Belgier zunehmend müder wurden und unsauber abschlossen.

Unkonzentriertheiten in der Offensive trieben Gislason trotzdem an der Seitenlinie zur Weißglut. Bei einem Vorsprung von 16 Toren fielen diese Aussetzer kaum ins Gewicht. Das Spiel war da bereits entschieden, sodass auch Matthes Langhoff und Justus Fischer Einsatzzeit bekamen. Der Sieg war eindeutig, nur die Leistung hatte noch deutliche Baustellen.

Gislasons Kritik richtet sich vor allem gegen die Abwehr

Kein lockeres Testspiel

Der Trainer wurde nicht wegen des Ergebnisses unzufrieden. Sein Kritikpunkt war das Zusammenspiel: Deutschland habe zu lange gebraucht, um gegen den Außenseiter Belgium die Kontrolle zu übernehmen. Seine Ansage in der Auszeit, „Legt einen Zahn zu“, richtete sich deshalb an die gesamte Mannschaft und besonders an die Defensive.

Auch im zweiten Durchgang gab es trotz des großen Vorsprungs noch Phasen, in denen Gislason unzufrieden war. Deutlich wird dabei, dass er den 42:32-Sieg nicht als Beleg für einen bereits stabilen Kader wertete. Der Erfolg zählt für die Tabellen, die Grundordnung im Team war für ihn an diesem Abend noch nicht abschließend gelöst.

Zwei neue Optionen

Niklas Theiß und David Moré vom ThSV Eisenach waren neben Golla zwei Neulinge im Lehrgangskader von Gislason. Theiß soll künftig unter anderem Renārs Uscins im Rückraum entlasten. Beide absolvierten ihren Einstand erfolgreich: Theiß traf, Moré feierte ebenfalls einen gelungenen Start. Gerade ihre Integration gibt dem Traineroptionen, um die offensive Unruhe abzubauen.

Golla liefert vier Tore und verarbeitet den Wechsel

29. Geburtstag und erstes Länderspiel nach dem Wirbel

Kapitän Johannes Golla hatte einen besonderen Tag. An seinem 29. Geburtstag absolvierte er nicht nur ein Länderspiel, sondern sein erstes seit dem Wirbel um seinen Wechselwunsch von der MT Melsungen zur SG Flensburg-Handewitt. Golla stand vor allem in der ersten Halbzeit auf dem Feld und erzielte vier Tore. Die dpa bezeichnete seinen Einsatz als gelungen.

Damit ist Golla zugleich sportlicher Anker und sichtbarste Figur des aktuellen Umbruchs. Die Quellen nennen keinen einzelnen Grund für die Verunsicherung. Der erneute Auftritt bei der Nationalmannschaft und seine vier Tore zeigen aber, dass er trotz der vorherigen Unruhe sofort wieder eine tragende Rolle im Spiel des DHB übernommen hat.

Von Belgien in die Slowakei: 3 Gegner bis zur Euro 2028

Der nächste Termin

Bereits am Sonntag steht das zweite Qualifikationsspiel an. Die deutsche Auswahl reist dafür um 18:00 Uhr zum Auswärtsspiel in der Slowakei. Im März folgt ein weiterer Gegner: die von Bob Hanning trainierte italienische Mannschaft. Diese Begegnungen führen den DHB auf dem Weg zur Euro 2028 weiter.

Die Heim-WM 2029

Schon jetzt steht die EM-Qualifikation im Schatten der Handball-WM im Januar 2029. Deutschland richtet dieses Turnier gemeinsam mit Frankreich aus. An sechs deutschen Standorten wird gespielt; Berlin gehört nicht dazu, während Köln und Hamburg zu den deutschen Spielorten zählen. In Frankreich werden die Partien in Lyon, Straßburg und Paris ausgetragen.

Während des Spiels gab der DHB bekannt, dass die deutschen Handballer ihre Medaillenjagd bei der WM 2029 in Berlin beginnen. DHB-Vorstandsboss Mark Schober erklärte, die Spielorte Paris und Berlin zeigten den hohen Stellenwert dieser Weltmeisterschaft und die Wahl großer Handball-Plattformen durch die großen Nationen.

Der Niederlage-Sieg ist damit klar, die Aufgabe bleibt konkret: Am Sonntag um 18:00 Uhr muss die Abwehr in der Slowakei schneller und sicherer stehen. Bis dahin bleibt Gislasons Satz aus der Auszeit der beste Maßstab für diesen EM-Quali-Start: 42:32 gegen Belgien sind auf dem Papier stark, aber noch lange kein Beleg für eine/runde Mannschaft.

Quellen

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