iPhone Duo im Test: Apples erstes faltbares iPhone im Überblick
01net hat das iPhone Duo getestet – Apples erstes faltbares Smartphone. Im Fokus stehen die Faltung, die Scharniermechanik, die Leistung des A20-Chips und die Kamera.
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2.339 Euro und zehn Tage Test: So beginnt 01nets Urteil über Apples erstes faltbares iPhone. Der Preis macht das iPhone Duo zu einem Ultra-Premium-Gerät, gleichzeitig verspricht die Redaktion eine außergewöhnliche Verarbeitung und ein bislang unerreichtes Faltdisplay.
Der wichtigste Befund lautet: Das iPhone Duo ist zwar ein faltbares Smartphone, aber kein iPhone, das sich wie ein kleines iPad mini* in einen größeren Bildschirm verwandelt. Es ist kompakt, hochwertig verarbeitet und technisch ambitioniert. Zugleich zeigt der Test Bereiche, in denen Apple bei einem ersten Produkt dieser Art sichtbar compromises machen musste.
Die Faltung ist fast unsichtbar – das kostet aber 55 Euro
Die Konstruktion
01net prüfte die Faltung und die Scharniermechanik bereits direkt nach dem Auspacken. Beides hinterließ einen positiven Eindruck: Die Falzstelle ist nach Einschätzung der Redaktion die am wenigsten sichtbare unter allen faltbaren Smartphones. Bei direkter Beleuchtung oder aus bestimmten Blickwinkeln bleibt sie zwar erkennbar, im normalen Gebrauch tritt sie stark zurück.
Daran maßgeblich beteiligt ist der nano-texturierte Filter. Er reduziert Spiegelungen und lässt das innere Display matt statt glänzend wirken. Laut Apple lässt sich dieser Filter für 55 Euro austauschen, falls er durch die Nutzung oder die Scharniermechanik beschädigt wird. Gerade bei einem Gerät mit 2.339 Euro Basispreis macht dieser Austausch die Reparaturkosten sichtbar.
Die Scharniermechanik
Die Scharnierarbeit ist nicht nur für das Öffnen und Schließen wichtig. Sie reagiert beim Ausklappen zunächst weich und flüssig, bietet danach aber zunehmend Widerstand. Dadurch lässt sich ein gewünschter Öffnungswinkel einstellen und das iPhone Duo etwa im Tischmodus verwenden. Beim Schließen nimmt der Widerstand vor einem deutlich hörbaren Klick wieder ab.
01net nennt die gelungene Faltung und die Scharniermechanik ausdrücklich als besonders gelungen. Die Redaktion hebt zugleich hervor, dass es sich um die erste Gelegenheit für Apple ist, auf diesem Gebiet Aufarbeitung zu zeigen.
Ein Hinweis zur Robustheit
Apple hat nach 01nets Berichten auf Displays reagiert, bei denen beim Falten Anzeichen von Beschädigungen auftraten. Betroffen sei demnach nur eine begrenzte Zahl von Geräten. Wer wegen der Konstruktion unsicher ist, sollte deshalb genau auf den Zustand des inneren Displays achten.
Das 7,6-Zoll-Display ist das stärkste Argument
Zwei unterschiedliche Bildschirme
Außen sitzt ein 5,4-Zoll-OLED, innen öffnet sich ein 7,6-Zoll-Display im Seitenverhältnis 4:3. Apple hat sich für zwei bewusst unterschiedliche Oberflächen entschieden: Das äußere Display ist glänzend, das innere matt und nano-texturiert. Laut 01net brauchte es mehrere Tage, bis sich die Redaktion an diese Dualität gewöhnt hatte. Allerdings werden die beiden Bildschirme nicht für dieselben Aufgaben genutzt.
Nach den Messungen des 01lab liefert das innere Display den besten faltbaren Bildschirm, den die Redaktion bisher gemessen hat. Die mittlere Farbabweichung liegt im sRGB-Farbraum bei Delta E 2000 von 0,9 und im P3-Farbraum bei 1,0. Beim Grauton erreicht der Wert 1,6; der direkte Samsung-Konkurrent Galaxy Z Fold 8 kommt laut Messung auf 2,4.
Der Reflexionsfilter macht den Unterschied
Der größte technische Unterschied ist der Antireflexionsfilter. Das innere Display erreicht nur 2 GU. Der Galaxy Z Fold 8 kommt auf 93 GU, der Pixel 11 Pro Fold auf 68 GU. Für 01net ist genau dieser Unterschied im Alltag relevant: Filme, Serien, Spiele und Texte bleiben auf der großen inneren Anzeige angenehm lesbar, auch bei hoher Umgebungshelligkeit.
Auch das äußere Display liefert solide Werte. Es misst 815 cd/m² bei Standardhelligkeit, 2.904 cd/m² in der Sonne und 1.553 cd/m² bei HDR. Damit liegt es beim Standardwert auf dem Niveau des iPhone 18 Pro*. Das erlaubt eine wichtige Einordnung: Das starke Gesamtpaket entsteht nicht allein durch die größere Innenseite, sondern durch die Kombination aus zwei gut lesbaren Displays.
Vier Kamerapixel unter dem Display liefern nur mittelmäßige Selfies
Die Selfie-Kamera
Apple setzt beim Selfie-Sensor auf einen Kamerabereich unter dem inneren Display. Apple öffnete dafür gezielt den nano-texturierten Filter und verringerte dort die Pixeldichte, damit mehr Licht durch die Kamera fällt. Der Loch- beziehungsweise Kamerapunkt wird im normalen Bild von der dargestellten Anwendung verdeckt, bei gekipptem Display ist er unter bestimmten Winkeln aber sichtbar.
Die technische Lösung allein löst das Qualitätsproblem nicht vollständig. Der Sensor ist durch seinen Platz unter dem Display eingeschränkt, die Selfie-Ergebnisse sind laut 01net nur passabel. Praktisch relevant ist deshalb, dass die Kamera für Selfies nicht zwingend verwendet werden muss. Für die übrige Fotografie prüft 01net das Gerät nach eigenen Angaben ebenfalls, wobei der vorliegende Testbericht die Kamera unter dem Display ausführlich behandelt.
Touch ID und iOS-Software bremsen den Wechsel vom iPhone 18 Pro*
Kein Face ID im faltbaren iPhone
Apple konnte Face ID nicht in das iPhone Duo integrieren. Stattdessen setzt das Gerät auf Touch ID am seitlichen Knopf. Der Rückschritt fällt besonders auf, wenn du von einem iPhone 17 Pro* kommst: Dort reagiert Face ID nach Darstellung von 01net quasi sofort, während Touch ID am Duo eine bis zwei Sekunden benötigt.
Die Software bringt eine weitere Umstellung mit sich. Das Bedienkonzept verschiebt die bei einem klassischen iPhone oben und unten angezeigten Elemente an die rechte Bildschirmseite. Die Statusleiste sitzt oben rechts, der Dock darunter. Apple arbeite außerdem an einer Barrierefreiheitsversion für Linkshänder, die mit einem späteren Update von iOS 27 ausgeliefert werden soll.
Apps sind noch nicht alle bereit
Nach zehn Testtagen meldete 01net Anzeigefehler, einen vorübergehend nicht reagierenden Touchscreen und ein Dynamic Island, das seine Position nicht richtig bestimmte. Zudem teilt 01net die Apps nach ihrem aktuellen Anpassungsgrad: Netflix funktioniert vollständig passend. Andere Apps werden skaliert und lassen rechts einen leeren Bereich. Noch nicht angepasste Apps laufen nur in einem kleinen Fenster.
Die Lage kann sich verbessern, weil nach Darstellung der Redaktion täglich weitere Updates erschienen. Dennoch war der Start ungewöhnlich unfertig für ein Apple-Produkt. Genau hier liegt das stärkste Gegenargument zur hervorragenden Hardware: Bei 2.339 Euro wirkt die Kombination aus teurem Gerät, 254 Gramm Gewicht, Touch ID, Softwareproblemen und eingeschränkter Selfie-Kamera nicht wie ein überzeugendes Argument für einen sofortigen Wechsel vom klassischen iPhone.
Für wen sich der Wechsel lohnen könnte
Der klare Nutzen
Das iPhone Duo richtet sich an iPhone-Nutzerinnen und iPhone-Nutzer, die ein großes, fast unsichtbar gefaltetes Display suchen und den Wechsel von einem klassischen iPhone bewusst akzeptieren. Der unsichtbare Knick, das matte Innendisplay und die einstellbare Scharnierposition bilden den stärksten Kern des Geräts. Dazu kommen die hohe Verarbeitungsqualität und die laut 01net führende Displaymessung.
Wer dagegen hauptsächlich ein leichtes, sofort entsperrungsbereites Apple-Smartphone sucht, trifft auf 53 Gramm mehr Gewicht als beim Galaxy Z Fold 8, langsameres Touch ID und eine noch unfertige App-Landschaft. Auch die Selfie-Kamera unter dem Display liefert keinen Grund, das vertraute iPhone ohnehin hinter sich zu lassen.
Die vollständigen Ergebnisse und das abschließende Urteil von 01net findest du unter 01net zum iPhone Duo. Entscheidend ist letztlich der Vergleich mit deinem bisherigen iPhone: Das Duo bietet den größten technischen Sprung beim Display und beim Faltmechanismus. Ob dieser Sprung den Preis, das Gewicht und die bisherigen Apple-Nachteile aufwiegt, hängt davon ab, wie wichtig dir große Bildflächen im Alltag sind.
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