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Warum Japans Rolle für die Kernfusion jetzt wichtiger wird

Bundeskanzler Merz wirbt in Japan für Partnerschaften zwischen deutschen und japanischen Unternehmen. Ein Fusions-Start-up verdeutlicht, wie Japan für die gemeinsame Entwicklung der Kernfusion Bedeutung gewinnen könnte.

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Warum Japans Rolle für die Kernfusion jetzt wichtiger wirdAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Kanzlerreise nach Japan: Kernfusion bringt Deutschland und Japan näher.

Der konkrete Ort am Ende der Japanreise war ein Werk des Fusionszulieferers Kyoto Fusioneering in Kyoto. Dortzog Merz im Zentrum der Kanzlerreise eine Partnerschaft auf, die weit über ein höfliches Absichtstreffen hinausgeht: drei japanische Unternehmen schlossen Abkommen mit Siemens Energy sowie den Kernfusions-Start-ups Focused Energy und Proxima Fusion.

Die Vereinbarungen zielen darauf, Forschung aus Deutschland in kommerzielle Kraftwerke zu überführen. Dazu gehört die Stellarator-Technik, die am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik entwickelt wurde. Japanische Partner bringen dafür ihr Ingenieurwissen in das deutsche Fusionsökosystem ein, besonders in die nationalen Fusionshubs.

Warum Merz bei Fusion und Rüstung auf Japan setzt

Drei Abkommen

Die Abkommen machen aus der Japanreise ein greifbares Wirtschaftsthema. Die Projekte verbinden die Stellarator-Technik aus deutscher Forschung mit der industriellen Erfahrung japanischer Unternehmen. Zugleich verfolgt Merz eine breitere geostrategische Linie: Er sieht Japan nicht nur als engen Partner für den freien Handel, sondern auch in der Rüstungsindustrie.

Beide Regierungen und Unternehmen wollen zudem gemeinsam Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Sicherheit stärken. Neue Märkte sollen gemeinsam erschlossen werden, technologisch ebenso wie in Drittländern.

Die Sicht der deutschen Wirtschaftsvertreter fasste Merz am Mittwoch so zusammen: „Wenn wir diese Stärken verbinden, entstehen neue Chancen, die kein Unternehmen allein in gleicher Weise erschließen kann.“ Damit begründet er die Kooperation nicht nur mit technischen Lücken, sondern mit komplementären Stärken in verschiedenen Branchen.

Gyrotrone für Plasma mit 100 Millionen Grad

Die nächste Generation der Gyrotrone

Mit Kyoto Fusioneering wollen deutsche Partner die nächste Generation von Gyrotronen entwickeln. Diese Hochleistungsröhren erhitzen das Plasma in den Reaktoren auf 100 Millionen Grad Celsius. Neben diesen Röhren steht Technik für den Brennstoffkreislauf im Fokus.

Hier zeigt sich, wie konkret die Arbeitsteilung zwischen den Ländern aussehen kann. Japanische Ingenieurskpertise trifft auf die Entwicklung deutscher Fusionsanlagen. Die Abkommen sollen diese Kompetenzen nicht nur nebeneinanderstellen, sondern Forschung und industrielle Umsetzung in Richtung kommerzieller Kraftwerke verbinden.

Die Entwicklung der Kernfusion gilt als Zukunftstechnologie, weil sie Strom in großen Mengen ohne CO₂-Ausstoß und ohne langlebigen Atommüll erzeugen könnte. Wer die Technologie zuerst zur Marktreife bringt, sichert sich zudem industrielle Wertschöpfung.

Proxima Fusion plant eine Großproduktion in Niedersachsen

HTS-Band und der europäische Lieferkettenanteil

Proxima Fusion geht noch einen Schritt weiter. Zusammen mit dem Kabelhersteller Fujikura prüft das Start-up den Aufbau einer Großproduktion von Hochtemperatur-Supraleiter-Band, kurz HTS-Band, in Niedersachsen. Fujikura gilt dabei als Technologieführer für dieses Produkt.

Proxima-Chef und Mitgründer Francesco Sciortino erklärt, weshalb die Produktion nach Deutschland verlagert werden soll: „Die Produktion nach Deutschland zu holen, ist ein echter Schlüsselfaktor für die Fusion.“ HTS-Band leitet Strom ohne elektrischen Widerstand und macht damit die Kontrolle des extrem heißen Plasmas möglich, in dem die Fusionsreaktion abläuft.

Der Unterschied zu Kupferkabeln ist erheblich. Mit Kupfer wäre nach Sciortinos Einschätzung ein Kabel nötig, das vermutlich gerade noch umarmt werden könnte. Wegen des elektrischen Widerstands würde es außerdem sehr heiß. Mit HTS-Band reicht dagegen ein Kabel von etwa einem Zentimeter Durchmesser.

Für das Kraftwerkskonzept Stellaris, das Proxima für die 2030er-Jahre in Aussicht stellt, werden 40.000 Kilometer dieses Bandes benötigt. Eine Produktion in dieser Menge in Deutschland wäre ein großer Wettbewerbsvorteil für die deutsche Fusionsbranche.

Proxima hatte dafür bereits eine stattliche Finanzierung: Die jüngste Runde brachte im Juli 411 Millionen Euro ein. Der Energiekonzern RWE und Google stiegen als strategische Partner ein. Google sucht Strom für seine KI-Rechenzentren.

Mit einer HTS-Produktion vor Ort würde der europäische Anteil an Proxmas Lieferkette von 80 auf 90 Prozent steigen, sagt Sciortino. Das HTS-Band ist nicht ausschließlich für die Fusion gedacht; es kann auch in anderen Technologien wie Windkraftanlagen eingesetzt werden.

Europa sieht sechs chinesische Wettbewerber im Verborgenen

Der Wettlauf um die technologische Führungsrolle

Die Investitionen in Fusion laufen weltweit in Milliardenhöhe, weil Regierungen, Investmentfonds und Konzerne auf einen Markt setzen, in dem zuerst marktreife Systeme die industrielle Wertschöpfung sichern könnten. Allein in China zählt Proxima sechs Wettbewerber, die weitgehend im Verborgenen arbeiten. Hinzu kommen US-Firmen.

Technologisch sieht das Unternehmen dagegen Europa und vor allem Deutschland als führend. Proxima schloss gleich zwei Vereinbarungen ab. Insgesamt unterzeichneten die mitgereisten Unternehmen rund zwei Dutzend Abintentserklärungen. Diese Zahl macht aus der Kanzlerreise mehr als eine symbolische Geste: Sie zeigt, wie viele Akteure gleichzeitig auf eine engere Verbindung zwischen den Ländern setzen.

Japans Unternehmen werden für Lieferketten offener

Europäische Produktion als Schlüsselfaktor

Für die strategische Dimension ist entscheidend, dass die Partnerschaften nicht nur bei Fusion, sondern auch bei Beschaffung und Sicherung von Lieferketten ansetzen. Mizuho-Analystin Asuka Tatebayashi beobachtet seit dem Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ein deutlich höheres Interesse japanischer Unternehmen an Europa.

Deutsche Firmen hatten es als Europäer lange schwerer als andere, weil japanische Unternehmen sie häufig als Rivalen betrachteten. Tatebayashi sieht darin jetzt eine Veränderung: „Unternehmen sind nun offener für Kooperation mit deutschen Unternehmen, besonders in der Beschaffung und der Sicherung von Lieferketten.“

Die Abkommen liefern konkrete Beispiele dafür, was diese Öffnung praktisch bedeuten kann. Proxima prüft eine industrielle Produktion in Niedersachsen. Proxima-Chef Sciortino nennt Deutschland deshalb einen echten Schlüsselfaktor für die Fusion.

Der ausführliche Kontext und die Einschätzung des Handelsblatts findest du in diesem Bericht.

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Quellen

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