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Steinmeier an der Peking-Universität: Forderungen neben Respekt

Bundespräsident Steinmeier hat an der renommierten Peking-Universität klare Forderungen an China gerichtet und zugleich Respekt für die Volksrepublik bekundet. Im Zentrum seiner Rede stand die Verantwortung, die mit Größe und Macht einhergeht.

3 Min. Lesezeit
Steinmeier an der Peking-Universität: Forderungen neben RespektAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Steinmeier in Peking: Große Verantwortung für große Macht.

Am Donnerstag, 29.10.2026, hielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an der Peking-Universität eine Rede, die weniger mit einemprogrammatischen Auftritt als mit einer klaren Erwartungshaltung verbunden ist: China müsse seiner wachsenden Rolle gerecht werden. Die Universität hatte Steinmeier dafür die Ehrenprofessur verliehen. Als er die Aula betrat, begrüßten die Studierenden das deutsche Staatsoberhaupt mit langem Applaus.

Steinmeier sprach damit vor Studierenden in Peking direkt über die Folgen des chinesischen Aufstiegs. Seine zentrale Formel war: „Mit Größe und Macht kommt große Verantwortung.“ Konkret wurde das in drei Bereichen: im Handel mit Deutschland und Europa, bei Chinas Einfluss auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine und in einer regelbasierten internationalen Ordnung.

Mit Größe und Macht kommt große Verantwortung

Quelle: Europa Press Gente

Steinmeier will Handel auf Augenhöhe statt Abkopplung

Die wirtschaftliche Forderung

Steinmeier verlangte, Ungleichgewichte in den Beziehungen zwischen China einerseits und Deutschland beziehungsweise Europa andererseits abzubauen. Ausgangspunkt sei ein Wettbewerb, der nach seinen Worten gut sei, aber nur auf der Grundlage „fairer und einheitlicher Regeln“ stattfinde.

Damit legte er eine klare Grenze für die chinesische Handelspolitik. Europäische Unternehmen erhielten demnach keinen oder nur streng kontrollierten Zugang zum chinesischen Markt, während staatlich subventionierte chinesische Exporte in großer Menge in europäische Märkte flössen.

Die Entwarnung ist genauso Teil der Botschaft

Steinmeier machte ausdrücklich klar, dass Deutschland und Europa keine Abkopplung von China wollen. Es gehe darum, den Handel so zu gestalten, dass er für beide Seiten weiterhin Vorteile bringt. Seine Forderung zielte also nicht auf Abschottung, sondern auf einen Zugang, der für chinesische und europäische Unternehmen gleichermaßen trägt.

China hatte in Peking bereits bei den Hybridauto-Exporten Zugeständnisse gemacht. Steinmeier bezeichnete diesen Schritt als ermutigendes Zeichen und forderte weitere Zugeständnisse in anderen Bereichen. Die Economic-Power-Botschaft war damit keine pauschale Abrechnung, sondern eine Forderung nach konkreten Schritten.

Chinas Unabhängigkeit darf keine neue Abhängigkeit schaffen

Verständnis für chinesische Schutzbedürfnisse

Steinmeier räumte ein, dass China seine Wirtschaft gegen externe Schocks und negative Einflüsse schützen wolle. Seine Warnung richtete sich deshalb nicht gegen das Streben nach greater Eigenständigkeit, sondern gegen deren spiegelbildliche Folgen für andere Länder.

„Nur darf die größere Unabhängigkeit Chinas nicht spiegelbildlich die wachsende Abhängigkeit und Verwundbarkeit anderer von China bedeuten“, sagte er. Als Gegenposition zur europäischen Forderung nennt die Rede damit Chinas Sicherheitsinteressen und den Schutz seiner Wirtschaft. Steinmeiers Antwort darauf war keine Abkehr vom Handel, sondern die Forderung nach Regeln, die auf beiden Seiten gelten.

Chinas Aufstieg verlangt Einfluss auf Russland

Erwartungen an die Weltmacht

Steinmeier zollte China Respekt für die rasante wirtschaftliche, technologische und politische Entwicklung und bezeichnete das Land als „prägende Weltmacht“. Gerade weil er diesen Aufstieg nicht negativ bewertete, knüpfte er klare Erwartungen daran.

„Wir haben keine Sorgen davor, dass China aufsteigt. Wir schauen jedoch darauf, wie China aufsteigt“, erklärte er. Der Satz macht den Kern der Rede sichtbar: Wohlwollen allein genügt nicht. Eine größere chinesische Rolle in der Weltwirtschaft verändert auch die Erwartungen an Chinas politisches Handeln.

Russland und der Ukrainekrieg

Besonders deutlich wurde diese Erwartung beim Krieg Russlands gegen die Ukraine. Steinmeier erinnerte daran, dass China ständiges Mitglied des Sicherheitsrates ist und enge Beziehungen zu Russland unterhält. Er forderte Peking deshalb auf, gemeinsam darauf hinzuwirken, dass Russland seine Angriffe einstellt und in ernsthafte Verhandlungen eintritt.

Chinas eigene Interessen seien dabei ebenfalls berührt: Als große Wirtschafts- und Handelsmacht sei es auf freie Seewege, intakte Lieferketten und eine sichere Energieversorgung angewiesen. Je länger die Konflikte andauerten, desto schwächer werde die Weltwirtschaft insgesamt – einschließlich Chinas. Der wirtschaftliche Druck war damit ein Teil seiner Argumentation, nicht nur eine Nebenerscheinung.

Was Steinmeiers Termin mit Xi Jinping konkret macht

Steinmeier wird China am Freitag mit Präsident Xi Jinping zusammentreffen. Bis dahin hat er eine Erwartungshaltung formuliert, die sich nicht auf ein einzelnes Handelsproblem beschränkt: China soll den Aufstieg nicht nur wirtschaftlich nutzen, sondern politisch Verantwortung tragen.

Das stärkste Gegengewicht in seiner Rede war der Hinweis, dass China sich gegen äußere Schocks schützen muss und selbst von offenen Seewegen, stabilen Lieferketten und Energieversorgung abhängt. Seine Antwort darauf war der Ausgleich innerhalb der Beziehungen: fairer Handel, keine Abkopplung, gleiche Regeln und Einfluss auf Russland.

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