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Merz soll weitere Investitionen ankündigen – Amazon im Fokus

Beim Investitionsgipfel in Berlin könnte Friedrich Merz weitere Investitionen ankündigen. Die Vorschau nennt Milliarden und Amazon, bleibt bei Betrag, Projekt und Zeitplan aber vage.

3 Min. Lesezeit
Merz soll weitere Investitionen ankündigen – Amazon im FokusAI MODIFIED

TVS News KI redaktionell betreut präsentiert Merz, Milliarden und Amazon: Was die Berliner Vorschau verrät.

In der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag beim "Invest in Germany"-Gipfel der Bundesregierung ein neues Investitionsprogramm vorgestellt. Bis zum Jahr 2028 sollen demnach rund 800 Milliarden Euro von mehreren Unternehmen in deutsche Wirtschaftsstandorte fließen – darunter auch große US-Tech-Konzerne. Neben Merz traten Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf.

800 Milliarden Euro bis 2028 – was steckt hinter der Zahl?

Die Summe im Kontext

Bei den 800 Milliarden Euro handelt es sich nicht um ein neues staatliches Förderpaket, sondern um die geballte Summe privater Investitionen, die Unternehmen in den kommenden Jahren in Deutschland planen. Zur Einordnung verwies Merz auf eine bereits sichtbare Trendwende: Die ausländischen Investitionen in Deutschland sind von 2024 auf 2025 um rund 50 Prozent gestiegen – auf ein Gesamtvolumen von 86 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

„Wir sehen ein beschleunigtes Wachstum im Jahr 2026 trotz steigenden geopolitischen Drucks und eines Sprungs der Energiepreise", sagte Merz vor in- und ausländischen Wirtschaftsvertretern. Der Dienstag galt dabei als Tag der großen Ankündigungen – bereits am Montag war bekannt geworden, dass der Chiphersteller Nvidia seine Investitionen in Deutschland ausweiten will, weitere Verkündungen sollten im Laufe des Dienstags folgen.

Amazon steigt mit 16 Milliarden ein

Was der Tech-Riese konkret plant

Den prominentesten neuen Namen brachte Amazon mit. Wie die „Bild" zuerst berichtete, will der US-Konzern im kommenden Jahr 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Das Geld fließt laut dem Bericht in den Aufbau von Rechenzentren, KI-Infrastruktur und in ein System zur Nutzung von Satelliteninternet. Auch neue Logistikprojekte sowie Angebote der Streaming-Sparte Prime Video gehören zum Paket.

Bereits jetzt bekannt ist der Ausbau des Cloud-Dienstleisters Amazon Web Services (AWS) am Standort Frankfurt. Damit zielt der Konzern nicht nur auf den Endkundenmarkt, sondern auch auf das Geschäft mit Unternehmen, die ihre Daten in der Cloud verarbeiten – ein Bereich, der in den vergangenen Jahren stark vom KI-Boom profitiert hat.

Merz wirbt mit Handtüchern am Strand

Die Standort-Rede im Wortlaut

In seiner Rede vor den Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern griff Merz zu einem ungewöhnlichen Stilmittel: Er pries die vermeintlichen deutschen Tugenden und bediente dabei bewusst Klischees. „Deutsche gelten als fleißig, gehen früh schlafen und stehen noch vor Sonnenaufgang auf", sagte der Kanzler. Der Berufsverkehr sei morgens zwischen 6 und 7 Uhr am stärksten.

Den Bogen zur Investitionsbotschaft schlug er über den Urlaub: „Im Urlaub sind wir die Ersten am Strand und legen schon vor dem Frühstück unsere Handtücher aus. Und wenn wir Liefertermine vereinbaren, dann halten wir diese auch ein." Deutsche seien zuverlässig, berechenbar, präzise und für keine Überraschungen gut. Sein Fazit: „Kurz gesagt: Wir sind genau das, was Investoren am meisten schätzen." Das Gute an Klischees sei nämlich, dass sie oft voller Wahrheit steckten – so der CDU-Politiker.

Was das für den Standort bedeutet

Die Einordnung

Für dich heißt das: Wenn die Pläne tatsächlich umgesetzt werden, fließt in den nächsten Jahren eine enorme Summe privater Mittel nach Deutschland – gesteuert nicht von der Bundesregierung, sondern von Konzernen, die gerade ihre Standortentscheidungen treffen. Dass nach Nvidia nun auch Amazon als zweiter US-Tech-Riese seine Deutschland-Pläne öffentlich macht, passt zu dem von Merz beschriebenen Bild eines beschleunigten Wachstums trotz geopolitischen Drucks und steigender Energiepreise.

Was der Gipfel allerdings nicht beantwortet hat: Ob aus den angekündigten 800 Milliarden tatsächlich Investitionen werden, hängt an Bedingungen, die jenseits der Bühne entschieden werden – Genehmigungsverfahren, Energiekosten und die Verfügbarkeit von Fachkräften werden in den kommenden Jahren mitbestimmen, welche der Pläne wirklich realisiert werden. Die Standort-Rede mit den Handtüchern mag das Publikum unterhalten haben – verbindliche Zusagen sehen anders aus.

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