Vom „Adolescencia“-Vater zum Psychopathen: Graham beschreibt sich als Chamäleon
Stephen Graham spielt neben Liev Schreiber in Apples psychologischem Thriller „Nocturno“ einen Psychopathen. Im Gespräch mit El País erklärt er, weshalb ihn die dunkleren Seiten seiner Figuren faszinieren.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Stephen Graham spielt in „Nocturno“ einen Psychopathen.
Stephen Graham kennt das eine nicht so, wie das andere: In „Adolescencia“ spielt er den Vater eines Jugendlichen, in Apples neuem psychologischem Thriller „Nocturno“ übernimmt er die Rolle eines Psychopathen. Neben ihm steht Liev Schreiber. Der Rollenwechsel wirkt auf den ersten Blick so abrupt, dass sich eine Frage aufdrängt: Wie gelingt Graham dieser Wechsel zwischen so unterschiedlichen Figuren?
Seine eigene Antwort darauf ist verblüffend direkt. Er bezeichnet sich als Schauspieler, der ein Chamäleon sei – „aber auch ein bisschen wie eine Elster“. Damit beschreibt er weniger eine feste Marke als seine Bereitschaft, unterschiedliche Seiten von Figuren sichtbar zu machen.
Vom Vater in „Adolescencia“ zum Psychopathen in „Nocturno“
Der Titel von Grahams Comedy-Hit „Adolescencia“ und sein neues Projekt liegen Welten auseinander. In „Adolescencia“ ist er der Vater eines Jungen, in „Nocturno“ hingegen ein Psychopath. Beide Rollen sind in Apple TV beziehungsweise in „Nocturno“ als neuem psychologischem Thriller zu sehen.
Graham und Schreiber spielen die Hauptrollen. Der Kontrast zwischen der väterlichen Figur und dem Psychopathen macht Graham zu einer zentralen Figur: Seine Verwandlungsfähigkeit soll nicht nur überzeugen, sondern auch veranschaulichen, wie unterschiedlich die beiden Rollen angelegt sind.
Warum Graham die dunkleren Seiten seiner Figuren sucht
Graham beschreibt bei seinen Figuren eine wiederkehrende Neigung. Viele von ihnen neigen zur dunkleren Seite der Menschheit, wie er im Gespräch mit El País sagt. Damit nimmt er seine Rollen nicht als austauschbare Aufgaben: Gerade die moralisch unangenehmeren Facetten interessieren ihn offenbar besonders.
Viele meiner Figuren neigen zur dunkleren Seite der Menschheit.
Das erklärt auch, weshalb er seine Arbeit selbstbewusst als Chamäleon beschreibt. Das Wort „Elster“ setzt einen zweiten Akzent: Es steht für eine gewisse Unberechenbarkeit. Graham wechselt nicht nur zwischen Rollen, sondern scheint gerade die Figuren auszuwählen, bei denen Widersprüche und Abgründe sichtbar werden.
Was Grahams Rollenwechsel für dich bedeutet
Für dich als Zuschauer ist „Nocturno“ vor allem eine Gelegenheit, Graham in einem neuen Umfeld zu sehen. Wer ihn aus „Adolescencia“ kennt, erwartet zunächst eher einen väterlich geprägten Darsteller. Genau darin liegt der Reiz: Seine bekannte Rolle macht den Psychopathen in „Nocturno“ umso auffälliger.
Zudem stehen Graham und Schreiber nicht nebeneinander, sondern beide im Zentrum eines psychologischen Thrillers. Graham knüpft damit direkt an „Adolescencia“ an – aber nicht sentimental, sondern bewusst kontrastreich.
Ein Schauspieler, der lieber tief in menschliche Abgründe schaut
Grahams eigenes Bild ist der klarste Schluss zu seinem Einsatz in „Nocturno“: Er beschreibt sich als Chamäleon und zugleich als eine Art Elster. Das eine steht für die Anpassung an neue Figuren, das andere für die Bereitschaft, Unerwartetes und Unbequemes auszuprobieren.
Seine Aussage über die dunklere Seite der Menschheit macht außerdem deutlich, dass er seine Rollen nicht nur als Spielaufträge versteht. Vielmehr sucht er gerade jene Figuren, an denen sich Widersprüche und ethische Grauzonen zeigen lassen. „Nocturno“ setzt genau dort an: Graham spielt einen Psychopathen, und sein eigener Blick auf seine Figuren erklärt, warum ihn gerade diese Seite der Menschheit fasziniert.
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