Droht Trumps Partei im Kongress eine Niederlage?
Aktuelle Umfragen vor den US-Kongresswahlen deuten auf einen möglichen demokratischen Vormarsprung hin. Zwei Meldungen weisen zugleich auf Überraschungen in bislang konservativen Gebieten hin.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Trump unter Druck: Umfragen deuten auf eine Niederlage der Republikaner im Kongress hin.
Am 2. November 2026, 10:43 Uhr, veröffentlichten Clarín und El Comercio eine gemeinsame EFE-Meldung mit einer klaren Botschaft: Die jüngsten Umfragen sprechen für einen deutlichen Wechsel in der zweiten Hälfte von Trumps Präsidentschaft. Die Demokraten könnten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit übernehmen. Für Trump würde das einenKongress bedeuten, der seinen politischen Kurs eher bremst.
Konkreter wird das Bild in den Umfragen von The New York Times und dem Siena Institute. Sie erwarten republikanische Niederlagen bei sechs Senatswahlen: in Michigan, Texas, Maine, Ohio, Kansas und Alaska. In Iowa gibt es nach dieser Einschätzung noch keinen eindeutigen Sieger. Michigan müssen die Demokraten dabei lediglich verteidigen; die anderen sechs Sitze gehören derzeit den Republikanern.
Damit zeichnet sich der mögliche Upset nicht nur in locker behaupteten Wahlkreisen ab. Ein Sieg in Texas wäre der erste demokratische Senatssieg dort seit 1988. In Kansas müsste es der erste seit 1932 sein. Für die Mehrheit im Senat müssen die Demokraten nach Angaben der Quelle allerdings alle eigenen Sitze behalten und mindestens vier weitere von den Republikanern gewinnen.
Der Senate könnte kippen, das Repräsentantenhaus steht klarer vor dem Wechsel
Die Ausgangslage im Senat
Sechs mögliche Niederlagen reichen nicht automatisch für die Mehrheit. Es kommt darauf an, wie viele Demokraten ihren eigenen Sitz erfolgreich verteidigen. Der New York Times/Siena-Sonde prognostiziert die republikanischen Niederlagen in den sechs genannten Staaten, lässt Iowa offen und macht deutlich, dass der Ausgang in jedem einzelnen Rennen zählt.
Die finanzielle Dimension des Wahljahres ist außergewöhnlich: Die Kampagne für die Zwischenwahlen gilt laut EFE als bislang teuerste Wahlkampagne in der Geschichte des Landes. Damit trifft der mögliche politische Wechsel auf einen Wahlkampf, in dem große Summen für dieProfile der Kandidaten ausgegeben wurden. Wie sich dieses Geld auf die einzelnen Rennen verteilt, nennt die Quelle nicht.
Das Modell für das Repräsentantenhaus
Für die zweite Kammer fällt die Prognose deutlich eindeutiger aus. Das Modell Decision Desk HQ gibt den Demokraten eine 84-prozentige Wahrscheinlichkeit, die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zu gewinnen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als eine Woche zuvor.
Im Senat liegt die entsprechende Zahl des Umfrageaggregators bei 64 Prozent. Auch dieser Wert ist gegenüber dem Stand von vor sieben Tagen um sieben Prozentpunkte gestiegen. Die Richtung ist damit in beiden Kammern klar: Nach dem aktuellen Umfragebild rückt ein demokratischer Sieg näher.
Am Dienstag werden insgesamt 35 Sitze im Senat und 435 im Repräsentantenhaus vergeben. Hinzu kommen mehr als 30 Gouverneurswahlen sowie weitere lokale Ämter. Ein Sieg bei den Gouverneurswahlen würde den demokratischen Vormarsprung nicht automatisch bestätigen, doch die Zahl zeigt, wie umfangreich der Wahlgang ist.
Trumps Beliebtheit und die Preise belasten die Republikaner
38 Prozent Zustimmung in sieben Staaten
Nach der New York Times/Siena-Umfrage billigt nur 38 Prozent der befragten Amerikaner in den sieben betrachteten Staaten die Leistung der republikanischen Regierung. Dieser niedrige Wert fällt besonders auf, weil Trump die Präsidentschaftswahl von 2024 in fünf der sieben untersuchten Gebiete mit deutlichem Vorsprung gewonnen hatte.
Die Republikaner nennen in der Umfrage mehrere Belastungen: die hohe Lebenshaltungskosten, steigende Preise für Lebensmittel und Kraftstoff, den Krieg im Iran und Trumps Unbeliebtheit. Diese Faktoren wirken nicht nur auf die Wahl eines Präsidentschaftskandidaten. Sie bestimmen auch, wie die Partei ihre Kandidaten für Senat, Repräsentantenhaus und Gouvernerschaften positionieren kann.
Das stärkste Gegenargument zur Umfragelage ist die Teilnahme. Wie die in der Meldung zitierten Analysten warnen, beteiligen sich Republikaner seltener an Wahlabsichts-Umfragen. Solche Erhebungen haben nach ihrer Darstellung bei früheren Gelegenheiten die demokratischen Gewinne überschätzt. Eine Prozentzahl aus dem Modell beschreibt deshalb die Erwartung nach den verfügbaren Daten, nicht das endgültige Wahlergebnis.
54,8 Millionen Menschen haben schon vor dem Dienstag abgestimmt
Das Ausmaß der frühzeitigen Teilnahme ist bemerkenswert. Nach dem Register des Election Lab der University of Florida haben bereits mehr als 54,8 Millionen US-Bürger vorzeitig abgestimmt, persönlich oder per Post. In den Zwischenwahlen von 2022 waren es zum vergleichbaren Zeitpunkt ungefähr 45,9 Millionen.
Die Zahl macht klar, dass die Entscheidung nicht erst am Wahltag fällt. Sie sagt allein jedoch nicht aus, welche Partei profitiert. Dafür müsste der Strom der abgegebenen Stimmen nach Parteien, Wahlkreisen und Bundesstaat getrennt werden; solche Angaben enthält die Quelle nicht.
Die Berichte von Clarín und El Comercio Lima liefern damit ein präzises Bild: Für die Demokraten spricht das Modell 84 Prozent im Repräsentantenhaus und 64 Prozent im Senat. Trump und die Republikaner könnten dennoch eine Mehrheit behalten, weil Umfragen republikanische Wähler traditionell zu selten erfassen. Sicher werden die Ergebnisse erst nach der Auszählung am Dienstag.
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