Warum der Rat in Nowra das Gaza-Mural „Wall of Tears“ ablehnt
Der Shoalhaven Council lehnt die geplante Installation „Wall of Tears“ in Nowra ab. Nach einem Bericht des The Guardian sah der Rat ein unannehmbares Risiko für Beschäftigte, Besucher und Mieter.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Gaza-Kunstwerk in NSW abgelehnt: Shoalhaven Council sieht Sicherheitsrisiko.
Der geplante Dienstagstermin im Shoalhaven Regional Gallery in Nowra ist geplatzt. Der Shoalhaven Council lehnte die Ausstellung von „Wall of Tears“ ab, nachdem die Veranstalter von der lokalen Gruppe Shoalhaven Friends of Palestine unter anderem prüfen sollten, ob bewaffnete Wachleute eingesetzt werden müssten.
Das war keine Absage wegen der künstlerischen Qualität. Der Rat erklärte das Werk laut The Guardian zu einem „unannehmbaren“ Risiko für das Personal der Galerie, Besucher und Mieter des Gebäudes. Für die Veranstalter war das die Entscheidung, das Werk an einem anderen Ort zu zeigen.
Warum aus einer geplanten Ausstellung ein Sicherheitsfall wurde
Die zentrale Begründung war die Angst vor Konflikten innerhalb der Gemeinde. In einer Risikoabschätzung nannte der Rat ausdrücklich mögliche Protests, Gegenprotests und „community conflict“. Außerdem befürchtete er verbale Angriffe, Einschüchterung oder Unterbrechungen wegen des politisch sensiblen Themas.
Die Veranstalter bekamen nicht nur eine allgemeine Sicherheitsfrage vorgelegt. Sie wurden gebeten, den Einsatz bewaffneter Wachen zu prüfen. Zugleich sollte die geplante Ausstellungsdauer von acht Tagen auf drei Tage verkürzt werden. Der Besuch war nur mit RSVP-Anmeldung vorgesehen, wodurch die Galerie während der Ausstellung ihre Türen geschlossen halten sollte. Außerdem verlangte der Rat, die Veranstaltung nicht mehr öffentlich zu bewerben, weil das Prestige von Galerie oder Rat durch die Entscheidung zur Ausrichtung beeinträchtigt werden könne.
Die Gruppe wollte die Auflagen trotzdem erfüllen. Mitgliederin Annette Pham sagte dem Guardian, die Reaktion der Veranstalter sei zunächst ungläubig gewesen. Man habe dem Rat aber zugesagt, alle Anforderungen zu erfüllen. Pham erklärte zugleich, die Gruppe habe nicht gewusst, wo sie bewaffnete Wachen finden oder ob sie überhaupt verfügbar seien.
Schließlich entschied Andrew Constance, der Chief Executive des Rates und ehemalige Liberale Abgeordnete, gegen die Ausrichtung. In der E-Mail-Korrespondenz begründete er das mit Bedenken um die Sicherheit des Personals. Eine Erklärung des Rates nannte das Niveau der Gefährdung für das Galeriepersonal, Besucher und Gebäudemieter „unannehmbar“. Auf die Frage des Guardian, was die Sicherheitsbedenken konkret ausgelöst habe, ging der Rat nicht direkt ein.
Der Rat nannte Risiken, aber keinen konkreten Gewalthinweis
Meine Einschätzung: Die Ablehnung stützt sich vor allem auf mögliche Proteste und Auseinandersetzungen. Das stärkste Argument des Rates ist, dass bei einem politisch sensiblen Thema vorsorgliche Einschränkungen verlangt werden können – und dass er mit verkürzter Dauer, geschlossenen Türen und einem RSVP-System bereits konkrete Alternativen nannte.
Allerdings berichtete die Veranstalterin, der Rat habe keinen konkreten glaubwürdigen Hinweis auf Gewalt offengelegt, der bewaffnete Schutzmaßnahmen oder Metallkontrollen erforderlich machte. Sie schrieb in ihrer E-Mail, die Veranstaltung sei eine Gedenkausstellung und kein Anlass für eine öffentlich bekannte, konkrete Gewaltdrohung. Diese Diskrepanz erklärt, weshalb aus einer begrenzten Anpassung der Veranstaltung letztlich eine Absage wurde.
Pham erklärte außerdem, die Idee, für eine Ausstellung zum Gedenken an tote Kinder bewaffnete Wachen zu erwägen, sei „zutiefst verstörend“ gewesen. Der Rat wiederum sprach von der Verpflichtung, die Sicherheit aller Beteiligten zu berücksichtigen. In den veröffentlichten Unterlagen bleibt offen, welche konkrete Information hinter den Bedenken stand.
„Wall of Tears“ zeigt 18.457 getötete Kinder
Die Installation von Phil Buehler erinnert an 18.457 Kinder, die im Gaza-Krieg zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 19. Juli 2025 getötet wurden. Sie wurde erstmals am 29. Januar in New York gezeigt. Anlass war der zweite Todestag von Hind Rajab, einem fünfjährigen Mädchen, das nach dem Angriff auf das Auto seiner Familie blutend zwischen den Leichen von sechs Angehörigen zurückgelassen worden war.
Buehler erklärte im Guardian, die Darstellung beziehe sich auf die von Israel akzeptierten Todeszahlen. In dem Werk tragen Kinder Graduationsträume, halten Fußballbälle und erscheinen mit Geschwistern oder auf den Schultern ihrer Väter. Für ihn war es das schwerste Werk, das er je geschaffen habe. Dass es als Sicherheitsrisiko gelten könne, habe ihn schockiert: „Sie sind Kinder. Sie sind wie deine Kinder, meine Kinder.“
Der Weg durch Australien war bereits weit fortgeschritten. Das Werk war in mehreren Städten zu sehen, darunter in Adelaide, im westaustralischen Parlament in Perth und im September auf den Rasenflächen des Canberraer Parlamentshauses. Dort besuchten Labour-, grüne und unabhängige Abgeordnete die Installation. Tony Zappia erklärte dazu im Parlament, der Banner erinnere an das Ausmaß der palästinensischen menschlichen Verluste und des täglichen Leidens, während die Welt wegschaue.
Nach der Absage im Shoalhaven Regional Gallery fand die Ausstellung deshalb keinen Stillstand. Pham organisierte die Installation für den Donnerstag in der Berry Uniting Church. Damit blieb „Wall of Tears“ sichtbar – nur eben nicht an dem Ort, an dem der Rat die ursprünglich für Dienstag geplante Präsentation verhindert hatte.
Der Ortswechsel war die unmittelbare Konsequenz
Für die Shoalhaven Friends of Palestine bedeutete der Ratsentscheid vor allem eine praktische Umschichtung: Das zunächst für Dienstag geplante Ausstellungsfenster in Nowra entfiel. Die Gruppe fand mit der Berry Uniting Church einen anderen Ort für die Installation am Donnerstag.
Für den Rat ging es dagegen nicht darum, das Thema zu bewerten, sondern um die Kontrolle eines öffentlichen Raums. Neben dem Einsatz bewaffneter Wachleute nannte er drei Tage statt acht, eine reine RSVP-Veranstaltung mit geschlossenen Türen und ein Werbeverbot. Diese konkreten Auflagen zeigen, dass der Sicherheitsfall bereits vor der endgültigen Absage konkret diskutiert wurde. Als die Veranstalter ihre Bereitschaft bekannten, die Bedingungen zu erfüllen, blieb der Rat bei seiner Entscheidung.
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