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Lohnt sich Apples erstes Falt-iPhone?

Frandroid hat das iPhone Duo getestet und lobt vor allem seine durchdachten Neuerungen. Apples erstes faltbares Smartphone scheitert in der Bewertung jedoch am völlig unverhältnismäßigen Preis.

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TVS News AI redaktionell betreut präsentiert iPhone Duo im Test: Innovativ, aber viel zu teuer.

2.339 Euro für 256 GB sind der Moment, in dem das iPhone Duo aus einem faszinierenden Apple-Experiment ein echtes Kaufproblem wird. Frandroid hat das Gerät am 4. November 2026 um 19:13 Uhr ausprobiert und kommt zu einem differenzierten Urteil: Die Neuerungen sind gelungen, die Kompromisse einer ersten Faltablesgeneration ebenfalls. Der Preis bleibt trotzdem völlig unverhältnismäßig.

Dabei testete die Redaktion kein normales iPhone. Sie bekam ein von Apple bereitgestelltes Exemplar, das mit 254 Gramm schwerer und mit 11,3 Millimetern dicker ist als ein gefaltetes Galaxy Z Fold 8 mit 200 Gramm. Der Test zeigt deshalb nicht nur, was Apples erstes faltbares iPhone kann. Er zeigt auch, wie viel Kompromiss Apple in Kauf genommen hat, um dieses Format überhaupt zu realisieren.

Apple kommt sieben Jahre nach dem ersten Galaxy Fold

Samsung war bereits in der achten Generation, als Cupertino endlich mit einem faltbaren iPhone nachzog. Der erste Galaxy Fold erschien vor sieben Jahren. In China trieben Hersteller wie Honor mit dem Magic V6 zudem die Gehäuseverfeinerung weiter. Apple betritt den Markt also nicht als Pionier, sondern mit dem Anspruch, eine bereits etablierte Produktkategorie mit dem eigenen Ökosystem zu verbinden.

Das Duo soll weder ein normales iPhone noch ein kleineres iPad mini* sein. Es kombiniert eine kompakte, zugeklappte Form mit einer großen Arbeitsfläche. Der entscheidende Unterschied liegt im Software-Modell: Auf dem 7,6 Zoll großen Innenschirm sollen zwei Apps nebeneinander laufen können. Laut Frandroid ist das der erste iPhone, der das erlaubt. Gerade damit versucht Apple, das Fold-Konzept nicht nur mechanisch, sondern auch inhaltlich neu zu definieren.

2.339 Euro müssen einen echten Mehrwert liefern

Das Testergebnis dreht sich nicht um die Technik, sondern um die Relation zwischen Technik und Preis. Frandroid nennt den Tarif „völlig unverhältnismäßig“. Die gelungenen Neuerungen werden nicht wegdiskutiert. Sie sollen den Einstieg in Apples neues Geräteformat aber auch nicht allein rechtfertigen.

Bei ausgewählten Händlern liegt das iPhone Duo bei 2.339 Euro; weitere Angebote beginnen laut Frandroid bei 2.189 Euro. Über Next Mobiles lässt sich das Gerät außerdem für 89,90 Euro pro Monat mieten, mit Versicherung. Der Kaufpreis bleibt trotzdem der entscheidende Prüfstein: Wer das volle Ausgabebudget von 2.339 Euro für ein faltbares iPhone angesetzt hat, erwartet mehr als zwei innovative Display- und Software-Details.

Der stärkste Gegenpunkt zum hohen Preis ist Apples klare Position: Es gibt keine komplett neue Geräteklasse, sondern ein bereits bekanntes Format, verfeinert mit Apples Gehäusefertigkeit, OLED-Technik und iOS. Genau diesen Gegenstandspunkt macht der Testurteil nicht aus. Frandroid nennt das Gerät gelungen, gerade weil die technische Umsetzung überzeugt. Der Preis bleibt trotzdem der zentrale Kritikpunkt.

Der matte Innenschirm versteckt die Falte – und verändert das Bild

Die auffälligste Neuerung sitzt auf dem inneren OLED-Display. Apple stattet es als erstes faltbares Smartphone mit einer nanotexturierten, matten Beschichtung aus. Diese behandelt das Licht nicht wie eine spiegelnde Fläche, sondern verteilt die Reflexionen. Frandroid beobachtet dadurch direkt vor dem Gerät eine praktisch unsichtbare Falte. Der Vorteil ist real: Wenn du frontal auf das Display schaust, verschwindet die zentrale Knicklinie.

Die Messungen bestätigen, wie stark Apple die Reflexionen reduziert. 01net kommt beim matten Innenschirm auf nur 2 GU. Der externe Bildschirm erreicht 72 GU, beim Galaxy Z Fold 8 misst 01net 60 GU. Auf dem Papier ist der matte iPhone-Bildschirm damit der mit Abstand reflexionsärmste der verglichenen Geräte.

Unter direktem Sonnenlicht entsteht allerdings ein zweiter Effekt. Die matte Oberfläche verteilt das Licht über die ganze Fläche. Dadurch entsteht kein einzelner harter Reflex, sondern ein weißlich-milchiger Schleier. Die praktisch unbegrenzten Schwarzwerte des OLED verlieren in der Sonne ihren Kontrast und wirken grau. In Innenräumen und bei Nacht fällt das Problem vollständig weg. Draußen wechselte der Tester deshalb vom geöffneten auf das 5,4 Zoll große Außendisplay, weil es in der Sonne besser lesbar war.

Die Helligkeit selbst ist ausgezeichnet. Das Außendisplay erreicht 1.313 Nits in SDR und 2.800 Nits in HDR. Innen liegen die Werte bei 1.300 beziehungsweise 2.770 Nits. Apple kündigt einen Spitzenwert von 3.000 Nits an. Die matte Oberfläche ist nicht das Problem bei der Helligkeit, sondern die Kehrseite einer extrem starken Reflexionsreduktion.

Auch die Farbwiedergabe ist laut Messung sehr ordentlich. Auf dem Außenschirm erscheinen Weißtöne nur minimal kühl, sRGB und P3 werden nahezu vollständig abgedeckt, Übergänge bleiben flüssig und Texte zeigen kein sichtbares Blooming. Der matte Film soll außerdem nicht von Hand abgezogen werden. Bei vorzeitiger Abnutzung kann Apple ihn im Store für 55 Euro austauschen. Eine glänzende Alternative gibt es laut Test nicht; Samsung bietet den ersten Austausch beim Galaxy Z Fold 8 kostenlos an.

254 Gramm und 11,3 Millimeter verändern den Alltag

Das größte unmittelbare Problem ist die Masse. Mit 254 Gramm wiegt das iPhone Duo sogar mehr als das iPhone 18 Pro* Max mit 249 Gramm. Es bleibt außerdem 78 Millimeter breit. Zusammen mit der asymmetrischen Form – auf der einen Seite gerade, auf der anderen gewölbt – fühlt es sich in der Tasche kompakt und zugleich massiv an. Mit der offiziellen Folio-Hülle wird es noch dicker.

Auch die Bedienung des äußeren Displays erforderte zunächst Einarbeitung. Das Einstellungsfeld öffnet sich aus der schwarzen Leiste am rechten Rand. Für Rechtshänder passt das, für Linkshänder nicht. Édouard Le Ricque, der den Test gemeinsam mit der Redaktion verfasst hat, beschreibt die menü- und schrittweis auf der rechten Seite verankerten Elemente als Problem. Mit dem linken Daumen sei die einhändige Bedienung kaum möglich. In geöffneter Form, mit zwei Händen, funktioniere das Gerät deutlich besser.

DieApple-Konstruktion ist trotzdem beeindruckend. Das Gehäuse nutzt Titan der Grad 5. Beide Hälften treffen laut Test millimetergenau ohne mechanisches Spiel aufeinander. Die Scharniere bestehen aus mehr als 100 mechanischen Elementen und Magneten. Sie schließt weich und mit einem deutlichen Klick, lässt sich aber nur schwer mit einer Hand öffnen. Aufgeklappt bleibt sie stabil und hält unterschiedliche Winkel, sodass das iPhone Duo als Stand oder in einer Laptop-ähnlichen Position stehen kann.

Buttons, Touch ID und die Rückkehr zum linken Daumen

Bei den Tasten nimmt Apple mehrere Entscheidungen, die im Alltag Extrazeit kosten. Die Lautstärketasten liegen an der oberen Kante. Je nach Ausrichtung des Bildschirms werden sie vertauscht: Oben und unten vertauschen ihre Funktion nicht automatisch. Das ist nicht nur ungewohnt, sondern im Test wiederholt passiert.

Der Action-Button fehlt vollständig. Le Ricque hatte dort bei seinem täglichen iPhone einen direkten Perplexity-Zugang untergebracht. Nun muss er das Gerät entsperren und die App manuell starten. Der Camera-Control-Knopf ist zwar erhalten, seine kapazitiven Funktionen sind standardmäßig deaktiviert. Eine Neuzuordnung wäre laut Test eine mögliche Alternative, ist aber nicht die eingebaute Lösung.

Noch deutlicher ist der Verlust von Face ID. Apple setzt wieder auf Touch ID und schließt damit rund zehn Jahre nach dem iPhone 8* von 2017 an eine frühere iPhone-Generation an. Der Ablauf verlangt zweimaligen Kontakt: einmal zum Aufwecken, erneut zum Entsperren. Wird der Knopf gehalten, startet Siri. Die Erkennung wurde im Test als sehr langsam empfunden. Linkshändern gelang es zudem nur etwa in der Hälfte der Versuche, den Sensor auszulösen. In geöffneter Form entschärft sich das Problem, weil das Gerät dann mit beiden Händen bedient wird.

Die Kamera hat keinen Telezoom

Apple verbaut zwei 48-Megapixel-Sensoren und zeichnet Video in 4K auf. Ein Teleobjektiv fehlt. Das Kameramodul sitzt in einem deutlich herausstehenden, von einer Glaswelle umgebenen Block. Anders als beim iPhone 18 Pro* gibt es keine Unibody-Rückseite; das Titanium-und-Glas-Design ähnelt eher den iPhone 16 Pro*. Die Anordnung wirkt aufgeräumt, und die Rückseite nimmt sichtbare Fingerabdrücke kaum an.

Bei den Displays ist es gegenteilig: Dort bleiben nach Frandroid Fettflecken sichtbar – auch auf dem matten Innenschirm. Ein Reinigungstuch liegt nicht bei. Bei 2.339 Euro empfindet der Tester diesen Verzicht als sparsam.

IP68 hält dem Strandsandtest nicht stand

Apple bescheinigt dem iPhone Duo IP68 und damit Schutz vor Wasser und Staub. Das ist jedoch nicht unproblematisch: Apple bestätigte nach dem Start, dass bei einer „kleinen Anzahl von Einheiten“ der innere Bildschirm beschädigt war. Laut iFixit könnte ein Element der Scharniere Druck auf das Display ausüben und einzelne Pixelreihen zerstören.

Auch der Test mit Sand fällt negativ aus. Tester wie Zack Nelson von Jerry Rig Everything brachten feine Partikel in das Gerät. Bei der späteren Demontage fanden sie laut Frandroid Partikel bis zur Scharniere; dort war der Innenschirm gebrochen. Das macht die IP68-Zertifizierung für alltägliche Sandumgebungen fragwürdig. Zum Vergleich: Das Galaxy Z Fold 8 ist lediglich IP48 zertifiziert und soll damit ebenfalls nicht für einen Strandbesuch gedacht sein.

Die offiziellen Schutzhüllen haben eigene Nachteile. Die Folio bietet einen ausklappbaren Ständer, verdickt das Gerät aber erheblich und lässt beim Fotografieren einen Teil des Kamerabereichs frei. Die zweite offizielle Variante wird direkt am Telefon befestigt. Apples MagSage-System funktioniert außerdem nur, solange das Gerät gefaltet bleibt: Beim Aufklappen kippt es auf die nicht magnetisch gehaltene Seite. In einem Auto wäre es deshalb unbrauchbar.

Ein starkes Gerät, dessen Preis alles überlagert

Das iPhone Duo kann in Bereichen, in denen Apple bislang nicht vertreten war, nicht verleugnen, dass es vom selben Team stammt. Die titanfarbene Verarbeitung sitzt, die Scharniere wirken stabil, beide OLED-Displays sind sehr hell, der matte Innenschirm reduziert Reflexionen auf 2 GU, und zwei Apps passen nebeneinander auf die 7,6 Zoll große Fläche.

Ebenso klar sind die Gegenrechnung und die Kompromisse: 254 Gramm, 11,3 Millimeter im gefalteten Zustand, ein für Linkshänder untaugliches Interface, vertauschte Lautstärketasten, kein Action-Button, langsames Touch ID, kein Face ID, kein Teleobjektiv, brüchige Innenschirme bei einzelnen Geräten und ein fragwürdiger Sandtest trotz IP68.

Frandroids Urteil trifft es deshalb präzise: Innovativ, aber viel zu teuer. Für dich ist das Gerät vor allem dann interessant, wenn die neue Fold-Form mit großem OLED-Schirm, matter Oberfläche und Apples Mehrfenster-Software für dich einen echten Alltagsvorteil schafft. Andernfalls zahlst du nicht nur für ein größeres Display, sondern auch für die erste Generation eines Formats, das Apple erst sieben Jahre nach dem ersten Galaxy Fold推出.

Quellen

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