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77 Prozent gegen Trumps Zollpolitik: Die Rechnung zu seinem Preiseversprechen

Trump wollte die Preise ab dem ersten Tag seiner zweiten Amtszeit senken. Laut einer Guardian-Analyse haben seine Zollpolitik und der Krieg gegen Iran die Inflation jedoch eher angeheizt.

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77 Prozent gegen Trumps Zollpolitik: Die Rechnung zu seinem PreiseversprechenAI MODIFIED

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Trumps Versprechen zu niedrigeren Preisen im Reality-Check: Darum heizen Zölle die US-Inflation an.

Am 30. Oktober 2026 zieht der Kommentarist Steven Greenhouse unter dem Titel „Trump vowed to reduce prices, but his policies have fueled US inflation“ eine Bilanz der zweiten Amtszeit. Trump hatte vor zwei Jahren erfolgreich für eine zweite Amtszeit kandidiert und dabei versprochen, die Preise ab dem ersten Tag zu reduzieren. Inzwischen ist die Bilanz eine andere: Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus habe er wenig unternommen, um Inflation zu bekämpfen oder Preise zu senken. Besonders wichtig seien zwei politische Entscheidungen gewesen, der Krieg gegen Iran und die Zollkriege. Beide hätten nach Einschätzung des Guardian die Inflation eher angeheizt, als das Versprechen zu erfüllen.

Die Auswirkungen sind nicht nur abstrakt. Lebensmittelpreise stiegen im August und Anfang September stark, unter anderem wegen höherer Zölle, steigender Energiekosten und Problemen in den Lieferketten. Bei importierten Waren zeigt sich der Zusammenhang besonders deutlich. Trumps „Liberation Day“-Zölle erhöhten die Preise von hunderten Gütern, darunter Zitrusfrüchte, Stahl, Bananen, Rindfleisch und Autoteile. Als der Supreme Court diese Zölle für unrechtmäßig erklärte, reagierte Trump mit neuen 10 Prozent Zoll auf alle Importe. Auch diese Zölle trieben die Preise wieder nach oben; ein unteres Gericht erklärte sie ebenfalls für rechtswidrig.

Die Rechnung der Zölle trifft direkt die Haushalte

Was ein Zoll wirklich kostet

Trump hat Zölle wiederholt aufgestockt, obwohl sie als Steuer auf importierte Waren die Preise inherent nach oben drücken. Das Yale Budget Lab schätzt, dass Trumps Zölle den durchschnittlichen US-Haushalt in diesem Jahr 1.100 US-Dollar kosten. Eine Fox-News-Umfrage aus diesem Monat kam zu dem Ergebnis, dass 77 Prozent der Amerikaner Trumps Umgang mit Zöllen ablehnen. Auch die Rechnung der Politik fällt deutlich aus: Der weibliche und männliche Durchschnittslohn stieg seit Januar 2025 zwar ebenfalls um 5,4 Prozent, doch weil die Preise genauso stark stiegen, gab es im Durchschnitt kein reales Lohnwachstum.

Trump hatte außerdem konkrete Preisziele genannt: Energie- und Strompreise sollten halb so hoch werden, Benzin sollte unter zwei US-Dollar je Gallone liegen, Flugpreise und Wohnkosten sollten sinken. Nichts davon wurde erreicht. Benzin kostet laut AAA landesweit durchschnittlich 4,28 US-Dollar je Gallone. Der Krieg gegen Iran verschärfte die Energiebelastung zusätzlich: Seit Kriegsbeginn stiegen die US-Benzinpreise um mehr als 40 Prozent, Dieselpreise um fast 70 Prozent undSome Düngerpreise um 20 Prozent.

Die höheren Dieselkosten trieben Flugpreise in die Höhe und belasteten Landwirte, weil Diesel und Dünger teurer wurden. Trump hatte die Warnungen ignoriert, wonach Iran durch die Schließung der Straße von Hormus die Öl- und Gaspreise stark steigen lassen könnte. Moody’s Analytics beziffert die bereits entstandenen Kosten des Krieges für US-Haushalte auf rund 2.000 US-Dollar, unter anderem wegen höherer Energie-, Kraftstoff- und Transportkosten sowie höherer Zinsen.

Strom, Autos und Wohnen werden ebenfalls teurer

Energiepolitik mit Nebenwirkungen

Trump beendete nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus Bundeszuschüsse für billige erneuerbare Energien. Gleichzeitig trieb er den Ausbau von Rechenzentren durch schnellere Genehmigungen voran. Diese Entwicklung wird erwartungsgemäß die Stromkosten für Verbraucher um mehr als 6 Milliarden US-Dollar erhöhen. Zusammen mit dem Ende von Subventionen für Elektroautos, durch die der Preis vieler E-Autos um 7.500 US-Dollar stieg, belastet Trumps Politik zusätzlich das Budget von Haushalten.

Die Inflationsrate lag zu Beginn seiner Amtszeit noch bei 3,0 Prozent, nachdem sie während der Pandemie zeitweise auf 9 Prozent gestiegen war. Nach Darstellung des Guardian haben Trumps Maßnahmen die Inflation wieder auf 3,7 Prozent gedrückt. Die Federal Reserve reagierte mit höheren Zinsen. Parallel stiegen die 30-jährigen Festzins-Hypotheken auf 7,4 Prozent. Das verschärft ohnehin die Probleme junger und finanziell schwächerer Haushalte beim Immobilienkauf. Trumps Versprechen, Wohnkosten zu senken, steht damit im Konflikt zu einer Politik, die den Anstieg der Zinsen mitverursacht hat.

Ein few Gegenmaßnahmen – und ihre Grenzen

Was Trump gegen die Teuerung unternimmt

Einige Schritte zielten tatsächlich auf niedrigere Preise. Das TrumpRX-Programm bot viele Medikamente günstiger an und trug laut der Analyse zu einem Rückgang der Preise für verschreibungspflichtige Medikamente um 4,5 Prozent innerhalb eines Jahres bei. Im August kündigte Trump an, 660 Millionen Pfund Rindfleisch aus Lateinamerika zu importieren, um die wegen der Zölle gestiegenen Fleischpreise zu drücken. Im November nahm er die Zölle auf Kaffee und tropische Früchte zurück, nachdem Verbraucher über deutlich gestiegene Preise für diese Waren protestiert hatten.

Der weiße Haus-Sprecher Matthew Middleton verwies dagegen auf Trumps pro-Wachstum ausgerichtete Agenda, höhere Löhne und neue Arbeitsplätze. Er räumte zugleich ein, dass der Iran-Konflikt vorübergehende Unterbrechungen verursache. Das Gegenargument zu der scharfen Kritik des Guardian lautet also, dass einzelne Preisprogramme und wirtschaftliches Wachstum positive Effekte hätten. Die im Artikel genannten Gesamtzahlen zeigen jedoch, wie begrenzt diese Fortschritte im Verhältnis zu den Kosten von Zöllen, Energiepreisen und höheren Zinsen wirken.

Besonders deutlich ist die Diskrepanz zwischen Worten und Umsetzung. Trump versprach, die Inflation zu bekämpfen, bezeichnete die Belastung durch höhere Preise als „Hoax“ und kündigte 5.000 US-Dollar pro Erwachsenem an, falls die Republikaner den Kongress behalten. Die Finanzierung soll aus Zollerlösen kommen. Diese Einnahmen stammen jedoch aus den Zöllen, die Verbraucher bezahlen. Eine Reuters/Ipsos-Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass 78 Prozent der Amerikaner Trumps Politik für die Preisanstiege verantwortlich machen. An der Zapfsäule und im Supermarkt wird aus dieser politischen Rechnung alltäglich Realität.

Quellen

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