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Ukrainekrieg: Selenskyj bringt die Frontlinie ins Gespräch

Selenskyj zeigt sich offen dafür, die Frontlinie einzufrieren, und signalisiert Gesprächsbereitschaft. Entscheidend ist nun, wie Wladimir Putin auf mögliche Friedenslösungen reagiert.

3 Min. Lesezeit

TVS News AI redaktionell betreut präsentiert Selenskyj offen für eingefrorene Front: Putins Reaktion bleibt offen.

Der SPIEGEL berichtet in seiner am 21. Oktober 2026 erstellten Ausgabe: Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Russlands Machthaber Wladimir Putin beendeten ihre Gespräche über eine mögliche Friedenslösung am Nachmittag in Sankt Petersburg. Die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer warten nun darauf, dass Witkoff sie in Oslo über die Ergebnisse informiert.

Selenskyj nennt die aktuelle Front einen möglichen ersten Schritt

Die konkrete Antwort auf die Friedensfrage

Der US-Sender Fox News fragte Wolodymyr Selenskyj, ob er einen Friedensschluss akzeptieren würde, der die Front an ihren derzeitigen Linien einfriert. Selenskyj antwortete, dies könne ein erster Schritt für eine Waffenruhe sein.

Seine Formulierung war eindeutig: „Wir müssen sie jetzt einfrieren“. Das sei der Weg, „um diesen Krieg zu beenden“, und zugleich „das Minimum, was wir heute von Russland erwarten“. Damit bezog er die eingefrorene Front ausdrücklich auf die aktuellen Linien, nicht auf eine bereits vereinbarte Friedensordnung.

Selenskyj kündigte außerdem den nächsten Schritt an: Die Ukraine würde sich anschließend an US-Präsident Donald Trump und an die Europäer wenden und um Sicherheitsgarantien bitten. Seine eigenen Gespräche mit Witkoff seien produktiv verlaufen, sagte er. Über das Treffen von Witkoff mit Putin zeigte er sich vorsichtig optimistisch: „Ich hoffe, dass wir ein Ergebnis erzielen werden, so Gott will, ein positives“.

Putins Reaktion: bereit für Dreiergespräche ab Mitte November

Was Moskau auf Selenskyjs Signal antwortet

Putins Reaktion ist damit zumindest teilweise beantwortet. Der Kreml teilte in einer ersten Reaktion auf die Gespräche zwischen Witkoff und Putin mit, Putin sei ab Mitte November zu Dreiergesprächen bereit. Damit nennt Moskau einen konkreten zeitlichen Bezugspunkt, ohne in der vorliegenden Meldung Bedingungen oder ein Ergebnis für die Ukraine zu nennen.

Selenskyj selbst hatte die Gespräche mit Trump und Putin ausdrücklich wichtig gemacht. Er lobte Trumps Aufruf zum Waffenstillstand und sagte: „Es ist wichtig, trilaterale Verhandlungen mit dem US-Präsidenten Donald Trump und Putin zu führen“. Zugleich sollt auch Europa einbezogen werden.

Witkoffs Bericht aus Oslo ist der nächste konkrete Schritt

Was jetzt noch fehlt

Nach dem Ende der Nachmittagsgespräche liegt der unmittelbarste weitere Schritt bei Witkoff. Er soll die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer in Oslo über das Ergebnis informieren. Bis dahin nennt der Bericht weder eine konkrete Waffenruheregelung noch eine Formel für die von Selenskyj angestrebten Sicherheitsgarantien.

Das macht die Lage konkreter als eine reine Absichtserklärung, aber nicht zu einer geschlossenen Nachricht. Selenskyjs eigener Zwischenstand lautet: Das Gespräch mit Witkoff sei produktiv gewesen, das Ergebnis von Witkoffs Treffen mit Putin erhofft er sich positiv. Eine belastbare Vereinbarung ist damit noch nicht dokumentiert.

Europa soll in die Verhandlungen einbezogen werden

Zwei Rollen für die Europäer

Selenskyj verband die militärische Deeskalation mit einer politischen Sicherheitsfrage. Nach dem Einfrieren der Front will die Ukraine Sicherheitsgarantien von Trump und den Europäern erbitten. Und bei den Dreiergesprächen sollen europäische Staaten ebenfalls vertreten sein. Seine Bedingung dazu war deutlich: „Ich habe immer gesagt, dass wir offen sind für Verhandlungen in jedem Format und zu jedem Thema. Ich bitte nur darum: Redet bitte nicht ohne uns über uns.“

Auch die deutsche Regierung betonte die ukrainische und europäische Beteiligung. Ein Sprecher erklärte, Frieden in der Ukraine könne nicht ohne die Einbeziehung der Ukrainer erreicht werden, und es handele sich um eine europäische Angelegenheit. Wegen der deutschen und europäischen Kontakte zu den USA könne man davon ausgehen, dass die Amerikaner an einem Verhandlungsprozess interessiert seien.

Das Signal ist belastbar – ein Frieden ist es noch nicht

Der stärkste Gegenpunkt zu einer zu optimistischen Lesart liegt in Selenskyjs eigener Formulierung: Er nennt die eingefrorene Front einen ersten Schritt und das von Russland erwartete Minimum. Wer daraus bereits einen akzeptierten Endzustand macht, geht über den Bericht hinaus.

Belastbar ist dagegen die veränderte Ausgangslage. Selenskyj ist bereit für eine Waffenruhe und für Dreiergespräche mit den USA und Russland. Moskau signalisiert Bereitschaft ab Mitte November. Europa soll sowohl an den Verhandlungen als auch bei den Sicherheitsgarantien beteiligt werden. Offen bleiben die konkreten Bedingungen, der Umfang der Waffenruhe und das Ergebnis von Witkoffs Bericht in Oslo.

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Quellen

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