Kerr fordert: „Wir sollten die No Bulls Association sein“
Steve Kerr greift die Diskussion über Flopping in der NBA scharf auf. Seine Forderung nach einer klaren Haltung zeigt, wie intensiv Sportler, Vereine und Fans längst über Fairness im Basketball streiten.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Steve Kerr fordert NBA-Spieler zum Kampf gegen Flopping auf.
Am 28. Oktober 2026 sagte Steve Kerr vor dem Spiel der Golden State Warriors bei den Minnesota Timberwolves in Minneapolis eine Formulierung, die sofort für Diskussion sorgte: „We should be the No Bulls— Association“. Gemeint war kein Vorschlag für einen neuen NBA-Verein, sondern eine gemeinsame Haltung der Spieler gegen taktische Täuschung.
Kerr sprach damit über die drei aufeinanderfolgenden Flopping-Entscheidungen am späten Abend des Spieltags zwischen den Portland Trail Blazers und den Los Angeles Lakers. Seine Antwort auf die Frage, was die NBA gegen Flopping unternehmen sollte, war deutlich: Die Spieler sollten den „Bullshit“, den manche Akteure mit Griffs, Hooks,/screens und absichtlichem Hineinlaufen produzieren, nicht einfach hinnehmen.
Warum Kerr die Spieler in die Pflicht nimmt
Die gemeinsame Verantwortung
„Like, every bit of bulls— that the players try to pull, we should just say, ‘No, no. We’re not doing that’“, erklärte Kerr. Nach seiner Darstellung führt die Liga bei diesem Thema derzeit hinterher: Die Spieler würden griften, während die Schiedsrichter den Spielzügen erst hinterher nachlaufen.
Damit zielt Kerrs Aussage nicht auf einzelne namentlich genannte Spieler. Er beschreibt ein wiederkehrendes Verhalten im Spiel: Spieler, die sich fallen lassen, sich gegenseitig greifen oder in Screens hineinlaufen, um den Schiedsrichter davon zu überzeugen, dass sie unfair behandelt wurden. Für Kerr entsteht dadurch ein Spiel, das an Echtheit verliert. Die Offiziellen sollen wieder die Möglichkeit bekommen, eine solche Täuschung einfach nicht zu akzeptieren.
Der Zeitpunkt
Die Ausgangslage war konkreter als ein allgemeiner Kritikpunkt an der NBA. Kerr und Minnesota-Trainer Chris Finch wurden beide zu den drei Flopping-Entscheidungen am Ende des Lakers-Spiels befragt. Beide Trainer hatten unterschiedliche Vorstellungen davon, was die Liga vorrangig bestrafen sollte. Kerrs eigener Anspruch reichte dabei weiter: Spieler sollten nicht nur auf eine bessere Regel reagieren, sondern selbst eine klare Linie gegen das Grifting ziehen.
„Wir sollten die ‚No Bulls Association‘ sein.“
(„We should be the No Bulls Association“)
Die Definition von Flopping bleibt der schwierige Teil
Was ist ein Flop?
Kerr räumt zugleich ein, dass die Grenze zwischen einem foulbedingten Absturz und bewusstem Flopping nicht immer eindeutig ist. „I think everybody’s trying to figure out what’s a flop, what’s not“, sagte er. Nach seiner Darstellung habe die NBA zwar Flopping zum Schwerpunkt gemacht, die Liga diskutiere aber noch intern, welche Handlungen sie genau erfassen will.
Die Aussage enthält damit eine wichtige Einschränkung. Kerr fordert eine gemeinsame Haltung, liefert aber keine fertige Definition, mit der sich jede Situation sofort bewerten ließe. Das ist auch der Grund, warum seine Forderung mehr ist als ein Aufruf gegen einzelne Täuschungen: Spieler, Trainer, Vereine und die Liga müssen sich auf eine Linie einigen, welche Spielzüge sie tatsächlich als problematisch ansehen.
Ein weiteres Beispiel aus Kerrs Umfeld verdeutlicht, wie stark die Unzufriedenheit mit dem bisherigen Umgang war. Ein Freund in der Liga habe während des Trainingslagers die Spieler ihre eigenen Fouls aufrufen lassen, weil sie der Täuschung überdrüssig gewesen seien. In dieser Situation würden die Spieler nicht flopen, so Kerr. Er sagte allerdings ausdrücklich, dass dies nicht die endgültige Lösung sei.
Finch will die Offensive stärker in den Fokus nehmen
Ein anderer Blick auf dieselbe Liga
Chris Finch sah die Lage anders. Er befürwortete grundsätzlich, dass die NBA Flopping bekämpft, kritisierte aber die Ligadefinition als „needed but confusing“. Nach seiner Einschätzung wurden zu viele Flopping-Fälle gegen die Verteidigung geahndet, während die für die Fans entscheidenden Fälle nicht ausreichend adressiert würden.
Finch richtete seine Kritik vor allem gegen offensive Spieler, die das Spiel manipulieren, fallen und dadurch unnötige Freiwürfe bekommen. Für ihn war die Botschaft der Liga an die Fans nicht mit ihrer eigenen Erwartungshaltung vereinbar: Die Zuschauer wollten keine Angriffe auf den Ausgang des Spiels durch taktisch ausgelöste Abstürze.
Der Gegensatz zwischen Kerr und Finch macht die Debatte konkreter. Kerrs Forderung zielt auf eine gemeinsame Haltung der gesamten Liga. Finch verlangt, dass die Aufmerksamkeit der NBA vor allem dort liegt, wo offensive Spieler durch bewusstes Fallen einen Vorteil erzwingen wollen. Beide Positionen setzen an derselben Stelle an: Eine Definition allein reicht nicht, wenn Spieler, Trainer und Schiedsrichter unterschiedliche Spielzüge als Flopping verstehen.
Kerr arbeitet im Hintergrund – und lobt die Schiedsrichter
Clips und interne Gespräche
Kerr sagte außerdem, er habe der Ligabüro früh in der Saison Clips verschiedener Entscheidungen geschickt. Diese Gespräche seien bewusst „private“ geblieben. Flopping insgesamt solle nach seiner Ansicht „banished“ werden. Damit beschreibt er keinen öffentlichen Antrag oder eine bereits angekündigte Regeländerung, sondern eine laufende Diskussion innerhalb der NBA.
Die Haltung ist trotzdem bemerkenswert, weil Kerr die Schiedsrichter ausdrücklich nicht zum Sündenbock macht. Er sagte, sie machten ihre Arbeit gut und hätten es „really hard“; seine Kritik richte sich nicht gegen ihre tägliche Entscheidungsfindung, sondern gegen das gestörte Verhältnis zwischen Spielern und Offiziellen. Nach seiner Einschätzung liege die Liga bei der Bekämpfung des „player grifting“ seit etwa einem Jahrzehnt hinterher.
Damit bleibt Kerrs Position eindeutig: weniger Täuschung, weniger taktische Abstürze und eine gemeinsame Haltung der Spieler. Der konkrete nächste Schritt ist in den Angaben nicht festgelegt. Es gibt keine angekündigte Sanktion und keine fertige Regel, mit der sich jedes Flopping sofort und ohne Zweifel bestimmen lässt.
Warum die Forderung über das Spiel hinausreicht
„Es ist ein besseres Spiel, wenn die Leute nicht flopen“, sagte Kerr. Seine stärkste Begründung ist damit nicht die Formulierung „No Bulls Association“, sondern der Blick auf das Spiel selbst: Ohne absichtiges Greifen, Hooken und Hineinlaufen gewinnen die Schiedsrichter wieder mehr Handlungsspielraum.
Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Trainern liegt deshalb in der Priorität. Kerr verlangt, dass die Spieler selbst Nein sagen. Finch argumentiert, dass die NBA ihre Ressourcen stärker gegen offensive Täuschung einsetzen muss. Für die NBA entsteht damit eine klare Aufgabe: Die Definition muss präziser werden, und die beteiligten Gruppen müssen sie gemeinsam tragen.
Die vorliegenden Angaben belegen keine einzelnen betroffenen Spieler und nennen keine neu angekündigten Sanktionen. Sie belegen aber die Richtung: Kerr will Flopping aus dem Spiel verbannen, die Spieler zu aktiver Verantwortung bewegen und die Liga davor bringen, bei den Spielzügen nicht dauerhaft hinterherzulaufen.
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