Khawaja verteidigt den Zeitpunkt seiner Cricket-Enthüllungen
Usman Khawaja verteidigt den Zeitpunkt seiner Enthüllungen zum Ball-Tampering. Laut ABC Canberra und dem Guardian sprach Steve Smith ihn damals davon ab, die Vorwürfe öffentlich zu machen.
AI MODIFIEDTVS News AI redaktionell betreut präsentiert Usman Khawaja zum Ball-Tampering: Hat er jemanden „unter den Bus“ geworfen.
Usman Khawaja hat seine Enthüllungen zum australischen Ball-Tampering-Skandal verteidigt und einen persönlichen Vorwurf zurückgewiesen: Er habe niemanden „unter den Bus“ geworfen. Der ehemalige australische Test-Opener begründete damit nicht nur seine Darstellung der Vergangenheit, sondern auch den Zeitpunkt, an dem er die Details öffentlich machte.
Die Verteidigung folgt auf einen ersten Schlag: Khawaja hatte einen Tag zuvor behauptet, dass bereits vor dem Test in Kapstadt 2018 Schleifpapier benutzt worden sei und die gesamte Mannschaft dafür verantwortlich gewesen sei. In seiner neuen Erklärung rückt nun die zeitliche Abfolge in den Mittelpunkt.
Khawajas Erklärung erscheint am 8. November 2026
Usman Khawaja veröffentlichte seine Verteidigung als fünfminütige, zweiteilige Instagram-Erklärung. In ihr schildert er, wann er die Manipulation öffentlich machen wollte und weshalb er zunächst Abstand davon nahm. ABC Canberra und The Guardian berichten über die Auseinandersetzung.
Die zentrale Aussage
„Ich habe niemanden unter den Bus geworfen“, sagt Khawaja. Nach dem Guardian veröffentlichte er die Erklärung auf Social Media als Verteidigung seiner Entscheidung, wann er die Angelegenheit ansprechen wollte.
Damit beantwortet Khawaja vor allem die Kritik am späten Zeitpunkt. Er stellt nicht das Wissen im Team infrage. Im Gegenteil: Er sagt, alle hätten davon gewusst. Seine Verteidigung betrifft deshalb weniger den behaupteten Ablauf selbst als die Entscheidung, zunächst nicht mit der Presse zu sprechen.
„Ich habe niemanden unter den Bus geworfen.“
Steve Smith brachte Khawaja 2018 von einer Veröffentlichung ab
Der erste Anlauf
Khawaja hatte nach eigener Darstellung vor, die Details wenige Tage nach dem Vorfall öffentlich zu machen. Zu diesem Zeitpunkt war Steve Smith bereits suspendiert. Khawaja erzählt, er habe Smith, den er als „Smudge“ bezeichnete, davon informiert, zur Medienwelt zu sprechen.
Seine Erklärung schildert die Reaktion so: Er habe die Strafen für Smith nicht nachvollziehen können. Smith habe ihn jedoch davon überzeugt, noch nicht öffentlich zu werden. „Er wollte die Schuld übernehmen“, zitiert der Bericht Khawaja. Mit diesem Satz will er zeigen, dass Smith ihn nicht aus Eigennutz zum Schweigen gebracht habe.
Der Streit mit Smith
Khawaja sagt, er habe mit Smith darüber gestritten, dieser habe aber keine Diskussion zugelassen. Als Teamspieler habe er die Situation so bewertet, dass er das Wissen im Team zunächst nicht öffentlich machen wollte. Seine jetzige Erklärung übernimmt damit die Verantwortung für diese Entscheidung, ohne Steve Smith als alleinigen Verursacher darzustellen.
2021 wollte Khawaja die Verantwortung auf das ganze Team legen
Der zweite Versuch
Nach dem Skandal versuchte Khawaja erneut, die Angelegenheit offenzulegen. 2021 sprach er ausführlich mit dem damaligen Trainer Justin Langer und mit Todd Greenberg. Greenberg war damals Geschäftsführer der Spielergewerkschaft und wurde später Chef von Cricket Australia.
Ziel dieser Gespräche war laut Khawaja, dass die Mannschaft eine gemeinsame Verantwortung übernimmt. Doch nach dem Bericht bestritt eine öffentliche Erklärung der Bowler, Kenntnisse von der Sache gehabt zu haben.
Das Versprechen mit David Warner
Khawaja schildert außerdem eine persönliche Abmachung mit seinem Freund David Warner: Die Wahrheit über den Skandal sollte er in seinem Buch offenlegen, nachdem die drei betroffenen Spieler ihre Karriere beendet hatten. Nach seiner Darstellung glaubte er, Warner, Smith und Cameron Bancroft hätten die Schuld für die ganze Mannschaft übernommen.
Seine jetzige Position bezeichnet diese drei Männer deshalb als Opfer. Nach dem Guardian sagte Khawaja, die Spieler seien von der Öffentlichkeit als Betrüger behandelt und öffentlich demütigend angegriffen worden. Wer heute im Team sei und wer 2018 mit auf der Südafrika-Reise gewesen sei, sei nach seiner Darstellung nicht in jener Position.
Warum Khawaja bis 2026 schwieg
Die Zeit im Team
Als Khawaja 2022 in das australische Team zurückkehrte, fühlte er sich nach eigener Aussage nicht wohl mit dem Schweigen über den Skandal. „Ich wusste nicht, wie ich es machen sollte, weil ich noch im Team war“, erklärte er. Das Team stand für ihn weiterhin im Vordergrund.
Sein Buch „Sabr“ sollte erst nach Australiens Test-Rückkehr nach Südafrika im vorangegangenen Monat erscheinen. Khawaja sieht darin einen Beleg dafür, dass es ihm nicht darum ging, mit der Veröffentlichung Geld zu verdienen.
Er verweist außerdem auf seine frühere Arbeit für die Spielergewerkschaft. Die Spieler hätten in der Vergangenheit unterstützt, „was ich für richtig hielt“. Dieselbe Haltung will er nun auf den Skandal anwenden. Nachdem er das australische Team verlassen habe, sei seine Aussage keine-reflection mehr von der Mannschaft.
Was „Sabr“ über die Manipulation in Südafrika beschreibt
Der zweite Test in St. George’s Park
Auszüge aus Khawajas Memoir schildern, dass ein australischer Spieler im zweiten Test gegen Südafrika 2018 in St. George’s Park Schleifpapier auf den Ball aufbrachte. Als die Mannschaft die stark abgeriebene Seite sah, erkannte sie laut Khawaja, wie stark der Ball dadurch in der Flugbahn schwanken würde.
Bancroft habe daraufhin angeboten, die Substanz zu verwenden. Zunächst geschah dies nach Khawajas Darstellung nur zu Beginn einer Session beim Betreten des Feldes. Im folgenden Test in Kapstadt sei die Taktik dann auch auf dem Feld eingesetzt worden.
Die Kontrolle endete mit Kameras und Umpires
Khawaja behauptet außerdem, ein Mitglied des australischen Trainerstabs habe Bancroft ermutigt, den Einsatz zu verstärken. Schließlich wurde Bancroft von Kameras und schließlich von den Umpires erwischt. Diese Darstellung bildet die Grundlage für Khawajas Vorwurf, dass nicht nur die drei später suspendierten Spieler von der Manipulation gewusst hätten.
Die Gegenprüfung: Cricket Australia widerspricht der Teamversion
Die Aussagen über das Wissen der Mannschaft stehen im direkten Konflikt mit den offiziellen Untersuchungsergebnissen. Cricket Australia zeigte sich nach dem Bericht „comfortable“ mit dem Ergebnis von 2018, wonach nur David Warner, Steve Smith und Cameron Bancroft von der Idee gewusst hätten.
Auch die genannten Bowler Pat Cummins, Mitchell Starc, Josh Hazlewood und Nathan Lyon distanzierten sich vom Vorfall. Sie erklärten, nichts von einer ins Feld gebrachten fremden Substanz gewusst zu haben.
Khawaja hat Cricket Australia zudem für den Umgang mit der Untersuchung kritisiert und gesagt, er selbst sei damals nicht interviewt worden. Seine Erklärung ist deshalb keine unabhängige Bestätigung der offiziellen Ergebnisse. Sie ist seine eigene Rekonstruktion, die er mit seinem Buch und seinen Aussagen in der Öffentlichkeit verbreitet.
Der stärkste Gegenargument liegt im Zeitplan selbst
Khawaja verteidigt sein Schweigen mit der Verantwortung für das Team. Genau darin liegt auch die Schwachstelle seiner Darstellung: Wenn das Wissen im Team vorhanden war und drei Spieler die öffentliche Schuld übernahmen, konnte ein früherer Bericht weitere Personen vor der öffentlichen Demütigung bewahren – oder das Ausmaß der Manipulation noch deutlicher machen.
Auf die Fragen, die ABC Canberra und The Guardian aufgreifen, gibt Khawaja deshalb eine persönliche Antwort: Er habe niemanden bewusst geopfert, sich aber als Teil des Teams betrachtet. Seine aktuelle Verteidigung macht das Schweigen nicht folgenlos. Sie erklärt, warum er es nach seiner eigenen Darstellung für notwendig hielt.
Mehr Details und die jeweiligen Originalberichte findest du bei ABC Canberra und The Guardian.
Passend dazu
Quellen
Was denkst du?
AI-unterstützt · redaktionell betreut
Scroll weiter, um zu reagieren und zu teilen.



